Thomas Kaufmann

Türckenbüchlein

Zur christlichen Wahrnehmung
Cover: Türckenbüchlein
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2008
ISBN 9783525552223
Gebunden, 299 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. Seit dem späten 14. Jahrhundert, verstärkt seit der Eroberung Konstantinopels durch das Osmanische Reich, sah sich das "christliche Europa" einer wachsenden äußeren Bedrohung gegenüber. Der Zusammenhang zwischen dieser Bedrohung und ihrer Verarbeitung durch unterschiedliche epistemologische Strategien stehen im Zentrum dieses Buches. Bei der Auseinandersetzung mit den "Türken" kam der Beschäftigung mit ihrer Religion eine Schlüsselrolle zu. Der Autor untersucht die Deutungsmuster der "türkischen Religion", ihre Rückwirkungen auf die binnenchristlichen Diskussionen und fragt, wie sich diese auf das Selbstbild der Christen auswirkten. Verdankt sich der "Erfolg" der Reformation auch dem durch die Osmanen evozierten endzeitlichen Szenario? Ist die These "Ohne Türken keine Reformation" richtig?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2008

Einen wichtigen Aspekt des ambivalenten historischen Erbes des modernen (lutherischen) Europa sieht Wolfram Kinzig mit dieser "instruktiven" Untersuchung zur Gattung des "Türckenbüchleins" beleuchtet. Nicht nur kann Thomas Kaufmann dem Rezensenten die Bedeutung der Gattung in Bezug auf das christliche Türkenbild erläutern, auch als Spiegel der eigenen Religion erscheint sie Kinzig nach der Lektüre. Zwar beklagt er das Missverhältnis von Text- und Anmerkungsumfang (71:128 Seiten) und vermisst einen chronologischen Überblick und die nähere Bekanntmachung mit Hauptvertretern der Gattung. Das hinter den verschiedenen im Türckenbüchlein vereinten Textsorten und Illustrationen verborgene "Pop-up-Buch" aus Klischees, Aufklärung und gezielter Fehlinformation zugänglich gemacht zu haben, erscheint dem Rezensenten allerdings verdienstvoll genug.

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