Sie heißen McKinsey, Roland Berger oder Boston Consulting. Sie bewegen Milliarden, beeinflussen das Management von DAX-Unternehmen und politische Entscheidungen auf allen Ebenen. Die Berater strukturieren Arbeitsplätze zu Tausenden weg. Ihre Arbeitsweise ist undurchsichtig, ihr Erfolg umstritten. Mit ihren Powerpoint-Präsentationen bieten die Berater-Firmen Politik und Wirtschaft extrem vereinfachte Lösungen für komplexe Prozesse. Mit ihrem elitären Habitus und ihrem Mythos grenzenloser Kompetenz entlasten sie überforderte Manager und Bürokraten. Nur Verantwortung für ihre Empfehlungen übernehmen sie nicht. Thomas Leif zeigt die Innenansicht einer Branche, die sich als Schweige-Kartell abschottet. Er enthüllt ihre Methoden, internen Strategien und Ergebnisse mit Hilfe von Insider-Berichten, internen Dokumenten, Interviews mit zentralen Personen der Branche, Fallstudien, unveröffentlichten Analysen des Bundesrechnungshofes. Anhand der Erfahrungen einer verdeckten Ermittlerin, die das Recruiting bei einem Branchen-Primus durchlaufen hat, wird erstmals das Herzstück der Mitarbeiter-Gewinnung sichtbar sowie der hohe Verschleiß unter den Beratern (etwa 20 Prozent werden jährlich "aussortiert"!). Leifs ernüchterndes und zugleich erschreckendes Fazit: Die Berater-Manie einer McKinsey-Gesellschaft vernichtet gewaltige private und öffentliche Mittel und untergräbt die Kernaufgaben von Parlamenten wie Verwaltungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2006
Durchwachsen scheint Ralf Altenhof diese Abrechnung mit der Beraterbranche, die Thomas Leif vorgelegt hat. Dessen Kritik an "McKinsey & Co" kann ihn nicht immer überzeugen. Die von Leif erhobenen Vorwürfe fallen seines Erachtens - zumindest teilweise - auf den Autor zurück. Für ihn erweist sich das von lautem PR-Tamtam begleitete Werk "über weite Strecken" selbst als "Bluff". Vom angekündigten "Auspacken" und "Enthüllen" könne überhaupt keine Rede sein. So weist Altenhof die Angriffe Leifs auf die klassischen Unternehmensberatungen alles in allem zurück. Anders sieht es bei der Beratung im öffentlichen Sektor aus. Ausdrücklich teilt er hier die Kritik, die der Autor an überflüssiger Beratung und Geldvernichtung im großen Stil übt. Insgesamt kann Altenhof der Lektüre des Werks dann doch einiges abgewinnen, vermittelt sie doch, wenn auch unfreiwillig, einen "Einblick in eine faszinierende Branche".
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