Die Studie analysiert anhand von Text, Typographie und Illustrationen verschiedener Festbeschreibungstypen die Topik der Textsorte, deren Aufgabe es ist, die sinnliche Komplexität des höfischen Festes zu reduzieren und allein zeremoniell relevante Daten zu bewahren. Die Funktion der Festbeschreibung wird im Kontext der frühneuzeitlichen Zeremoniellästhetik bestimmt. Die Untersuchung der Paratexte fokussiert das aporetische rhetorische Selbstverständnis der Textsorte zwischen den Stilansprüchen von Casualrhetorik und Historiographie. Schwerpunktmäßig untersucht werden die Entstehung der Festbeschreibung im 16. und ihre topische Revision im späten 18. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2007
Glänzend erscheint Milos Vec die medienkritische Analyse des Germanisten Thomas Rahn. Was Rahn über Funktion und Topik macht- und prachtverherrlichender gedruckter Darstellungen zu Hofe zu sagen hat, findet er überaus klug. Wie Rahn es sagt, steigert Vecs Begeisterung allerdings noch. Von einem "rauschendem Glissando" ist da die Rede, dem sich der Leser gerne hingeben kann, weil der Autor seinen Essay "topisch" ordnet und ihm philosophische, politische, ästhetische und vor allem neue Perspektiven verleiht. Königliche Diarien etwa hat auch der Rezensent so noch nicht gelesen: Als frühneuzeitlichen literarischen Niederschlag höfischer Feste in medienstrategischen Diensten.
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