Im August 1998 fanden die 3. Davoser Literaturtage zum Thema Vom "Zauberberg" zum "Doktor Faustus" statt. Vom "Zauberberg" ausgehend, beleuchteten die Referentinnen und Referenten auch das Spätwerk - und die späten Jahre - Thomas Manns. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Literaturtage vereinigte wiederum Mediziner, Psychologen und Literaturwissenschaftler in einem Gespräch. Der vorliegende Band vereinigt alle gehaltenen Vorträge.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2001
Fasziniert und erleuchtet ist Christoph Lüthy nach der Lektüre der Aufsatzsammlung "Vom `Zauberberg` zum `Doktor Faustus`", die sich mit dem Verhältnis von Krankheit und Literatur bei Thomas Mann beschäftigt. Mann hat sich in der "Krankheitssphäre `ganz zu Hause gefühlt`", zitiert er den Schriftsteller. Er liebte es, sich stundenlang mit Ärzten zu unterhalten, wobei er seine Kompetenz gelegentlich überschätzte, wie Lüthy aus dem Aufsatz des Medizinhistorikers Thomas Rütten weiß. Dessen Darstellung von "Thomas Manns medizinischem Bildungsgang" hat es dem Rezensenten besonders angetan. Rütten stelle "in eleganter Prosa" Thomas Mann als Kranken, Laiendoktor und "leidenschaftlichen Leser medizinischer Fachliteratur" vor. Auch das Kapitel "Zähne" habe Rütten betreut. Wie man von Lüthy erfährt, ist dieses Thema besonders ergiebig: Manns Erfahrungen mit einer Wurzelbehandlung schlug sich in seiner Erzählung "Der Tod" nieder. Darin benimmt sich der Tod `wie ein Zahnarzt`.
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