Sachlich-systematisch orientiert und alphabetisch angeordnet sind einschlägige medizinische Sujets verzeichnet, die in der Literatur von der Antike bis in die Gegenwart eine Rolle spielen. In über 250 Artikeln von Abtreibung bis Zwang wird die medizinische und historische Begriffsgeschichte sowie die geistes-, ideen- und kulturhistorische Bedeutung im Wandel der Zeiten dargestellt. Zu jedem Artikel gibt es weiterführende Literaturhinweise; Personen-, Werk- und Sachregister erleichtern das Suchen und Nachschlagen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.03.2006
Als eine "wahre Fundgrube" empfiehlt Oliver Pfohlmann das medizin- und literaturhistorische Lexikon der Herausgeber Bettina von Jagow und Florian Steger. Von der Antike bis zur Gegenwart geben die Beiträge einen systematischen Überblick des literarisch-medizinischen Diskurses, von der Bibliomanie, über "emotionale Ausnahmezustände" wie Liebe oder Schwermut, bis zu den Krankheiten der Moderne, wie Schwindsucht und Aids. Erweitert wird das Nachschlagewerk um medizinische Anwendungen wie Operation und Obduktion, die einschlägigen literarischen Orte der Heilung, wie Sanatorium und Hospiz und dem dazugehörigen Personal, vom Landarzt bis zur Hebamme. Obwohl der Rezensent einige Einträge vermisst, wie etwa Kindtötung oder Schizophrenie, sei das Handbuch eine runde Sache.
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