Silvester 1979. Als der neunzehnjährige Kuhl in einem alpinweißen Dodge Challenger R/T vorfährt und eine feudale Villa in Nassau anmietet, ahnt niemand, dass er ein in Frankfurt gesuchter, aus dem Stadtteil Kamerun stammender Raubmörder ist. Sein bisheriges Leben beschreibt er als ein mieses, billig produziertes B-Movie, doch wie lange wird die Beute reichen, wenn man Mitglied im teuersten Golfclub wird, sich unter greise Millionäre mischt und mit Pornofilmproduzenten verkehrt? Kuhl beschließt, das Ende seines Films umzuschreiben und ihm auf einer Disco-Party einen galaktischen Showdown zu verpassen ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2009
Verdammt lang her, findet der Rezensent. Thor Kunkels mit allumfassender Geste auftretender neuer Roman wird aus Burkhard Müllers Perspektive ganz klein. Mit der von Kunkel und seinem kleinkriminellen Personal aus dem Frankfurter Westen heraufbeschworenen Disco-Ära kennt Müller sich jedenfalls kaum noch aus. Zwar sagen ihm Udo Lindenberg und "Pulp fiction" durchaus etwas. Doch der schlappe Udo-Sound und der Umstand, dass die Handlung der Haltung so gänzlich untergeordnet wird, machen das Buch für ihn zur allenfalls nostalgisch stimmenden Schlaftablette.
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