Das Wörterbuch behandelt ein heikles und strittiges Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es zeichnet anhand detaillierter Wort- und Diskursgeschichten den Umgang mit der NS-Vergangenheit im Sprachgebrauch der Gegenwart nach.Dabei zeigt sich, wie unterschiedlich verschiedene gesellschaftliche Gruppen diese in wörtlichem Sinne fragwürdige nationale Geschichte betrachten. Vorherrschend ist die Instrumentalisierung des belasteten Vokabulars der NS-Vergangenheit zum Zweck der jeweils aktuellen politischen Auseinandersetzung, d.h. das Streitthema Vergangenheitsbewältigung wird im politischen Geschäft der Bewältigung der Gegenwart ausgenutzt. Dabei werden in NS-Vergleichen genau die Geschichtsereignisse am häufigsten relativiert, die andererseits in der öffentlichen Diskussion als einzigartig deklariert werden. Hier zeigt sich zum Teil bei den gleichen Sprechergruppen das Auseinanderfallen von öffentlich vertretener Norm und tatsächlichem Sprachverhalten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008
Auf siebenhundert Seiten wird die Gebrauchsgeschichte von vierzig Begriffen nachgezeichnet, die nationalsozialistisch kontaminiert waren. Aus diesem Verhältnis lässt sich schon erkennen, meint Hermann Unterstöger, wie eingehend jeder einzelne Begriff untersucht wird. Unterstöger hat die einzelnen Essays mit Interesse gelesen. Ein Werturteil findet sich nur beim Eintrag zu den Hitler-Vergleichen, den er "lehrreich" und "sogar ganz amüsant" findet. Schon 1947 sei der bayerische Entnazifizierungsminister als "blonder Hitler" bezeichnet worden, wie in den Jahrzehnten danach jeder einzelne Diktator dieser Welt.
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