In seinem interdisziplinären Zugriff konkurrenzlos, in seiner diskursgeschichtlichen Anlage ein Lexikon völlig neuen Typs: das Lexikon "Vergangenheitsbewältigung" präsentiert in weit über 150 Einträgen erstmals die politischen und künstlerischen, juristischen und gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und medialen Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit.Die kritische Aufarbeitung der zentralen Ereignisse und Debatten des bundesrepublikanischen Erinnerungsdiskurses - von "Auschwitzprozess" bis "Zwangsarbeiterentschädigung" - mündet so zugleich in eine kleine Kulturgeschichte deutscher Befindlichkeiten nach dem Holocaust. Mit einem Vorwort von Micha Brumlik.
Positiv bespricht Rezensent Klaus Holz den Band "Vergangenheitsbewältigung in Deutschland", den eine Reihe von Autoren, unter ihnen Torben Fischer, vorgelegt haben. Die gesamte Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945 in einem Lexikon zusammenzufassen, sei ein schwieriges Unterfangen, im vorliegenden Fall jedoch ausgezeichnet geglückt, meint Holz. Er lobt sowohl die "hohe Qualität" der 170 Einträge als auch den leserfreundlichen Aufbau des Buches, durch den historische Linien und systematische Zusammenhänge gleichermaßen deutlich würden. Lediglich einen Eintrag zum Sinn des Wortes Vergangenheitsbewältigung ("hätten wir sie bewältigt, wären wir fertig") hätte sich der Rezensent gewünscht.
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