Die Geschichtswissenschaft wirft derzeit mit Hilfe verschiedener Historikerkommissionen einen zweiten Blick auf die personellen und institutionellen Kontinuitäten und Brüche im Nachkriegsdeutschland. Während bislang vor allem die Bundesrepublik im Mittelpunkt stand, wendet sich die Forschung jetzt auch verstärkt der DDR zu.
Denn inzwischen ist auf breiterer Quellenbasis ein deutsch-deutscher Vergleich des Auf- und Umbaus staatlicher Stellen nach dem Ende der NS-Diktatur möglich. Die Beiträge untersuchen am Beispiel von vier zentralen Bereichen staatlichen Handelns (Justiz, Wirtschaft, Sicherheit und Inneres) die Nachwirkungen der NS-Vergangenheit in Behörden und Ministerien des geteilten Deutschland. Über den empirischen Befund personeller Kontinuitäten und Diskontinuitäten hinaus gehen die Autoren der Frage nach, in welcher Form die Erfahrung des Bruchs bzw. des Neuanfangs gedanklich verarbeitet und politisch umgesetzt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2018
Guido Thiemeyer betont, dass der von Stefan Creuzberger und Dominik Geppert herausgegebene Band nur eine Zwischenbilanz darstellt. Systematische Studien in Sachen NS-Vergangenheitsbewältigung in beiden deutschen Staaten stehen noch aus, meint er. Bis dahin unterrichtet ihn der vorliegende Band über Kontinuitäten in den Ministerien für Wirtschaft, Inneres, Justiz und Verfassungsschutz in beiden Staaten. Deutlich wird für den Rezensenten, dass für Mitarbeiter verschiedener westdeutscher Ministerien nach dem Krieg die Zwischenkriegszeit Referenzpunkt war, weniger die NS-Zeit. Für die DDR stellt Thiemeyer nach der Lektüre fest, dass eine "politische Säuberung" zwar im Ministerium für Staatssicherheit stattfand, nicht aber in anderen DDR-Ministerien.
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