In Breslau wurden Juden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend gesellschaftlich integriert. Till van Rahden fasst die Geschichte von Juden und Christen als eine gemeinsame auf, die von ethnischer und religiöser Vielfalt und Divergenzen geprägt war. Anhand der Sozialstruktur, der Heiratskreise, des Vereinswesens und der städtischen Politik weist der Autor eindrucksvoll das Ausmaß der jüdischen Integration nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2001
Eine Fleißnote vergibt Herbert Hupka eigentlich nur für die ersten beiden Kapitel des Buches von Till von Rahden "Juden und andere Breslauer". Ansonsten sind es eher die Mängel, die angesprochen werden. Der Zeitraum der Untersuchung sei nicht exakt angegeben, zudem fehlen nach Meinung Hupkas die für eine sozialwissenschaftliche Untersuchung unerlässlichen Bereiche Wissenschaft, Universität und Religion. Mehr als eine Stadtgeschichte Breslaus in der Kaiserzeit mit thematischem Schwerpunkt sei es somit nicht geworden. Wie es hätte mehr werden können, verrät das Ende der Rezension. Mit dem Blick auf die großen Söhne der Stadt und dem erhobenen Zeigefinger wird hier ihrer teilweisen Nichtbeachtung in der Monographie trauernd gedacht.
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