Aus dem Englischen von Friederike Hofert. Aotearoa, die 1880er Jahre. Mere und ihr bester Freund Iraia sehnen sich nach Unabhängigkeit.Sie werden weit über die Grenzen und die Isolation, aber auch über die Sicherheit ihrer Heimatin den Fjorden der Südinsel Aoteaoras hinaus reisen müssen. Einhundert Jahre später, 1980: die Zwillinge Lula und Bigsy lernen nach dem Tod ihrer Mutter Tui, dass diese viele Dinge vor ihnen geheim hielt - insbesondere, was ihre Herkunft angeht. Auch sie werden eine Reise antreten, über die Grenzen der ihnen bekannten Welt hinaus - zueiner Insel am östlichen Rand Aotearoas, von deren Existenz und Geschichte sowie deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nicht wussten. Wie tief ist Herkunft? Wie vielschichtig, vielstimmig und auch widersprüchlich? Was bedeutet es, indigen und diskriminiert zu werden und gleichzeitig auch selbst Teil eines gewaltvollen Machtverhältnisses zu sein?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2023
Die Faszination, die die Lektüre von Tina Makeretis Roman bei Rezensent Ulf von Rauchhaupt hinterlässt, ist geradezu greifbar. Es gibt drei Erzählstränge, alle handeln von einem indigenen Stamm Neuseelands, den Maori, und ihr Verhälntnis zu den europäischen Einwanderern, den Pakeha. Zuerst dreht sich alles um die Maori-Tocher Mere, die mit einem Sklaven ihrer Familie durchbrennt, lesen wir. Etwa hunder Jahre später sind es die Zwillinge Lula und Bings, deren Abstammung von Mere und ihrem Mann Konflikte zwischen den Zwillingen, aber auch mit ihrer Gemeinschaft auslöst, resümiert Rauchhaupt. Zuletzt kommen die Gebeine des 1835 gestorbenen Imi zu Wort, so Rauchhaupt, der alle Zeitebenen, seine eigene, Lulas und der Zwillinge überblickt und miteinander in Verbindung bringt. Ein Buch über Identität und Selbstfindung, aber mit einem weitestgehend unbekannten historischen Hintergrund, lobt der restlos begeisterte Kritiker.
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