Tobias O. Meißner

Hiobs Spiel

Erstes Buch. Frauenmörder
Cover: Hiobs Spiel
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783821806914
Gebunden, 300 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Hiobs Spiel ist die Geschichte eines Mannes, der sich auf ein unglaubliches Spiel eingelassen hat - eine Wette um das Schicksal der Welt. Gewinnt er, kann er die Welt retten. Verliert er, fällt sie dem Bösen anheim. Verschiedene Aufgaben bringen je nach Schwierigkeitsgrad dem Sieger verschiedene Punktzahlen, aber Hiob bemerkt schnell, daß sein Gegenüber immer wieder eigenmächtig die Spielregeln umdefiniert und generell von Fairness nicht viel zu halten scheint. Und Hiob weiß: Es ist das Ergebnis, das am Ende zählt. Um die Welt vom Bösen zu reinigen, muß er ihre entsetzlichsten Schauplätze aufsuchen, muß tief in die Abgründe der menschlichen Existenz hinabsteigen, und er darf dabei vor allem nicht wählerisch sein in der Wahl seiner Mittel. Er muß auch selbst betrügen, morden, quälen und vernichten. Hiobs Spiel ist ein schonungsloses Projekt über die Nachtseite der menschlichen Existenz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2002

Recht genervt scheint Tobias Rüther von diesem Roman - der den Auftakt für ein auf fünfzig Jahre angelegtes Schreib-Projekt bilden soll - auch wenn er letztendliche eine durchwachsene und nicht durchweg negative Bilanz zieht. Weder bietet die Geschichte auf inhaltlicher Ebene viele positive Überraschungen noch findet er die Dramaturgie gelungen: "es geht so blutrünstig und unbekömmlich zu, so maßlos in Wort und Tat, dass einem die Lektüre bald vergeht." Auch stilistisch läuft bei diesem Roman nach Meinung des Rezensenten so einiges aus dem Ruder: der Autor spricht "in viel zu vielen Dialekten, die er nicht aufeinander abzustimmen weiß" und was dabei herauskomme, nämlich "Buchstabensalat und Stimmenwirrwarr", führe zu "deutlichen Reibungsverlusten". Dazu komme, dass der Autor positive Ansätze, z.B. seine Beschreibungen eines absterbendem West-Berlin, sich nicht deutlicher zunutze macht. Hier vermisst der Rezensent beispielsweise das "heranrollende Grollen der Neuen Mitte". Trotzdem ist an dem Buch nicht alles schlecht - so findet der Rezensent so manch erzeugten Schwebezustand reizvoll und attestiert dem Buch lediglich eine schwere Verdaubarkeit.

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