Tom Drury

Das stille Land

Roman
Cover: Das stille Land
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2015
ISBN 9783608980226
Gebunden, 216 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gerhard Falkner und Nora Matocza. Als Pierre beim Schlittschuhfahren im Eis einbricht, wird er von der bildhübschen Stella Rosmarin gerettet. Die nur wenige Jahre ältere Frau lebt zurückgezogen in einem leerstehenden Haus am See. Prompt verlieben die beiden sich ineinander. Doch die Rettung war wohl alles andere als zufällig. An der Seite der schönen, aber schweigsamen Stella gerät der Taugenichts von einem sonderbaren Erlebnis ins nächste. Bei einem Ausflug nach Kalifornien zieht er sich ungewollt den Zorn eines gefährlichen Mannes zu, der auf Rache sinnt und ihn verfolgt. Zuhause erwartet Stella die beiden schon mit einem schaurigen Geheimnis, das über die Vorstellungskraft aller Beteiligten hinausgeht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.03.2015

Jens Balzer kann nicht sagen, ob die spärliche Handlung in Tom Drurys "Das stille Land" einem minimalistischen Hyperrealismus geschuldet ist oder der extremen Verdichtung zu einer mythischen Gegenwart, die wie die eingefrorene "Schleife einer ewigen Wiederkehr" wirkt, irgendwo zwischen Ende und Anfang, Tod und Leben, erklärt der Rezensent. Ein Mann bricht beim nächtlichen Schlittschuhlaufen durch die Eisdecke eines Sees in Iowa, wird von einer jungen Frau gerettet und die beiden verlieben sich ineinander, fasst Balzer zusammen. Dass die Stimmung dabei unheimlich anmutet, liegt daran, dass die Zeit für die Liebenden in alter Manier aus den Fugen gerät, so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2015

Rezensent Thorsten Gräbe freut sich, dass mit "Das stille Land" ein neuer, im Original bereits 2006 erschienener Roman von Tom Drury ins Deutsche übersetzt worden ist. Wenngleich der Kritiker auch gestehen muss, dass er mit der neuen, gelegentlich fehlerhaften Übersetzung nicht ganz zufrieden ist - bringt sie ihn doch etwa um die ein oder andere Drury-typische Pointe. Ansonsten lässt sich Gräbe aber schnell von dem packenden "metaphysischen" Thriller in den Bann ziehen, folgt Drurys Protagonisten Pierre Hunter durch den Mittleren Westen, den der Autor brillant als Ort der gescheiterten Träume skizziert, und erlebt, wie der gutmütige Hunter vom tollpatschigen Barkeeper nach einem zufälligen Raub zum Gejagten wird. Ein hervorragender Roman über Schicksal, Schuld und Sühne, urteilt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2015

Tom Drury ist wahrscheinlich der "menschenfreundlichste Erzähler der USA", vermutet Christopher Schmidt. Jedenfalls mag kein Autor seine Figuren so sehr wie er, obwohl (oder weil) er sie in der amerikanischen Provinz ansiedelt, sie über ihren reichlich eintönigen Alltag philosophieren lässt, sie mit esoterischen Adern ausstattet und "Feuerwehrbälle und Wohltätigkeitsbasare" ausrichten lässt, ist sich der Rezensent sicher. Genau darum geht es in Drurys neuem Roman "Das stille Land" aber, erklärt Schmidt, und würde der Autor die Provinzwelt nicht auch ab und zu ein klein wenig persiflieren oder durch härteren Realismus glänzen, wäre dem Rezensenten das Buch etwas zu harmonisch ausgefallen.

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