Tomasz Rozycki

Die Glühbirnendiebe

Roman
Cover: Die Glühbirnendiebe
Edition FotoTapeta, Berlin 2024
ISBN 9783949262456
Gebunden, 224 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann. Das Leben in einem Wohnblock, einem dieser Meisterwerke von strenger Schönheit in spätkommunistischer Zeit, ist eine wahre Metapher für die Existenz des modernen Menschen. In diesem Zentrum des Universums, im obersten Stockwerk - wo der Himmel und der Kakao die nächsten Nachbarn sind - lebt Tadeusz. Expeditionen sind für den Jungen nicht einfach, muss man doch lange Korridore durchqueren, die dunkel sind, weil die Gauner ständig die Glühbirnen herausschrauben. Wie soll man da allein durch diese Akropolis aus Beton kommen, wo verborgene Götter auf dich warten …

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2025

Rezensentin Ilma Rakusa darf gleich zwei neue Bücher des polnischen Autors Tomasz Rozycki entdecken: Sein Roman über den jungen Tadeusz spielt im Schlesien der 1980er Jahre, dort ist auch der Autor aufgewachsen. Sein Protagonist wollte eigentlich nur einen Nachbarn darum bitten, seine Kaffeebohnen zu mahlen, aber der Weg über den dank lauter kaputter Glühbirnen nur spärlich beleuchteten Korridor ist von Abschweifungen geprägt, verrät Rakusa. Der vielfältige, klug und abenteuerlustig beschriebene Tadeusz denkt über die Nachbarn nach, über "pyromanische Experimente", aber auch über das Feuer als Motor des Wandels durch Solidarnosc. Auch vom Elend wird erzählt und zwar "beängstigend realistisch", findet die Kritikerin. Dieser Erzählkosmos ist manchmal geradezu kafkaesk und unbedingt lesenswert, wie sie schließt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2025

Rezensentin Yelizaveta Landenberger schreibt diesem Roman des polnischen Autors Tomasz Rozycki das Potential zu, zum "europäischen Klassiker" zu werden: Aus seiner kindlichen Perspektive erzählt der Protagonist in einer Art Stream of Consciousness von seinem Aufwachsen im Ostblock. Die Bewohner seines Wohnblocks sind sauer wegen ständig kaputter Rohre und Wände, das "staatliche Missmanagement" zeigt sich an jeder Ecke, so Landenberger. Unterbrochen wird die Monotonie nur von den Radiosendungen, die der Protagonist aus Amerika und Albanien empfängt. Rozycki verwebt seine Geschichte mit antiken Mythen - die Götter verleiten etwa die Bewohner zur Pyromanie - und zeigt dabei sein ganzes sprachmagisches Können, versichert die begeisterte Rezensentin und schickt noch ein dickes Lob an den Übersetzer Bernhard Hartmann, der den Roman brillant  übertragen haben. Den "Grand Continental Preis" hat das Buch 2023 definitiv zurecht erhalten, findet sie.

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