Tuuve Aro

Ärger mit der Heizung

Erzählungen
Cover: Ärger mit der Heizung
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783518455722
Kartoniert, 176 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat. Tuuve Aros Geschichten erzählen von der Suche nach dem Kompass im Chaos, von plötzlichen Kehrtwendungen und dem Kampf gegen Konventionen, von kleinen Dramen, der großen Poesie und dem Absurden mitten im Alltag. Von Ulla, die ihr Leben in der Lesben-WG gründlich satt hat, bis sich eines Tages eine neue Mitbewohnerin vorstellt. Von dem Mann, der nach einem Streit mit seiner Freundin im Auto davonfährt und dem großen Ruf der Freiheit folgt, den raffinierten jugendlichen Anhalter Tuomas aber nicht mit einkalkuliert hat. Und von der jungen Frau, der ausgerechnet im Bett einer Kneipenbekanntschaft die kaputte Heizung zu Hause einfällt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2004

Die finnische Erzählerin Tuuve Aro beherrscht die Kunst des ersten Satzes, der sich Martin Z. Schröder in jeder ihrer Erzählungen "wie eine Schlinge" umlegt. Der Kritiker gibt sich schnell gefangen und folgt den eher kurzen, bildstarken Erzählungen aus Helsinki gebannt. Schröder ist fasziniert davon, wie glaubwürdig die Erzählerin höchst unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann und dabei die verschiedensten Milieus heimsucht. Mal agiere Aro als Verkäuferin, Lottomillionärin oder Busfahrer, mal schlüpfe sie in die Haut eines Kindes oder einer Rollstuhlfahrerin. Ihre Erzählungen klängen wie Alltagsgeschichten und seien doch keine, bemerkt Schröder. Diesem Irrglauben sitze der Leser nur darum zunächst auf, weil die Milieus teilweise recht klischeehaft ausstaffiert seien, die in ihnen beheimateten Menschen jedoch meist stark von der Norm abwichen. Und dann zerschellen die Klischees "zu bunten Scherbenhäufchen", schreibt Schröder beglückt, "wirklich schönen Scherben". Das finnische Stadtleben stellt sich Schröder nicht viel anders dar als das deutsche. Aros Charaktere könnten einem in jeder Einkaufspassage oder Bahnhof begegnen, meint er. Was ihm imponiert, ist die Tatsache, dass Aro Menschen der Wohlstandsgesellschaft schildert, die mit ihren Neurosen leben und lernen, ihrem Dasein trotzdem etwas abzutrotzen.
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