Die Ernährung der Menschen in römischen Städten - und besonders in der Millionenstadt Rom - war ein schwieriges und eminent politisches Problem. Das Buch behandelt das Thema aus drei verschiedenen Perspektiven. Zum einen werden die in der Antike gebräuchlichen Nahrungsmittel, der Nahrungsmittelbedarf der Städte und die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung beschrieben. Zum anderen kontrastiert der Autor in einer Sozialgeschichte des Essens das alltägliche Leben eines Großteils der Bevölkerung mit Verknappungen der Lebensmittel und panischer Angst vor Hunger mit dem ausufernden Tafelluxus am Tisch der Reichen. Schließlich wird der Blick auf die politischen Auswirkungen von Hunger gerichtet. Die Analyse des Modells Antike eröffnet wichtige Einsichten zu den Ernährungsstrukturen in vorindustriellen Gesellschaften überhaupt - die auch für heutige Hungerregionen der Welt relevant sein können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2001
Frühere Gesellschaftseliten, weiß Wilfried Nippel, hatten für die Ernährung des Volkes zu sorgen. Zumindest wurde das erwartet, wenngleich kaum durchgesetzt, berichtet der Rezensent. Auch im alten Rom wussten die Herrschenden um den Hunger und damit die Gefahr einer Revolte. Ulrich Fellmeth hat die Versorgungsprobleme der Römer untersucht und den Zusammenhang zwischen Hunger und Politik analysiert. Mit seinen Ergebnissen ist der Rezensent aber weniger einverstanden. So bezweifelt Nippel, dass sich der Hunger der Massen angesichts der reich gedeckten Tafeln der Reichen desintegrierend auf das politische System auswirkte. Dennoch empfiehlt er das Buch, denn der Leser könne sich hier ausführlich und anschaulich über Ernährungsbedingungen, Landwirtschaft und die Lagerung von Getreide informieren.
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