"Bleib übrig" lautete gegen Ende des Zweiten Weltkrieges der Abschiedsgruß unter deutschen Soldaten, denn "auf Wiedersehen" schien nicht mehr so recht zu passen ...Ulrich Frodien stammt aus einer deutsch-national bestimmten Breslauer Arztfamilie, wuchs unter dem prägenden Einfluss der nationalsozialistischen Erziehung auf und wurde 1944 als 17-Jähriger zum Kriegsdienst eingezogen. Nach einer schweren Verwundung wurde er Anfang 1945 nach Hause entlassen. Zusammen mit seinem Vater gelang ihm die Flucht aus dem zur "Festung" erklärten Breslau nach Berlin und von dort weiter nach Göttingen, wo er in amerikanische Kriegsgefangenschaft kam, aus der er 1946 entlassen wurde. Ein ungeschminkter sehr kritischer Zeitzeugenbericht...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2002
Thomas Urban ist schlichtweg begeistert von diesem Buch. Warum hat so einer wie Frodien nicht schon früher mit dem Bücherschreiben angefangen, fragt er sich verwundert. Hier zeigt sich ihm ein "lebendig erzähltes" Buch einer Jugend im Breslauer Kriegsalltag: "ein packendes Buch, geschrieben in kräftiger, gelegentlich drastischer Sprache, mit einem Spannungsbogen, der trotz zahlreicher Rückblicke und Abschweifungen von der ersten bis zur letzten Zeile durchgehalten wird". Selten hat Urban derart "eindrucksvoll" und "beklemmend" Geschildertes gelesen, wo eine ganze Stadt moralisch zusammenbricht und alle Regeln des menschlichen Zusammenlebens nicht mehr gültig zu sein schienen. Die Erzählungen Frodiens sind ein "defätistisches, ein Anti-Kriegsbuch", in dem der Autor vor allem auch ein Stück Geschichte seiner Heimatstadt Breslau geschrieben habe, so Urban.
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