Ulrich Jasper, Götz Schmidt

Agrarwende oder die Zukunft unserer Ernährung

Cover: Agrarwende oder die Zukunft unserer Ernährung
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406475702
Taschenbuch, 208 Seiten, 12,73 EUR

Klappentext

BSE und die Maul- und Klauenseuche haben uns vor Augen geführt, dass wir uns wieder um die Grundlagen unserer Ernährung kümmern müssen. In den Händen von Politikern, Wissenschaftlern und EU ist die Landwirtschaft in eine Sackgasse manövriert worden. Das Buch gibt eine schonungslose Beschreibung des Weges dorthin. Im Mittelpunkt stehen die vielen Versuche der letzten Jahrzehnte, neue Wege in der Landwirtschaft zu gehen und Alternativen aufzubauen. Die Autoren zeigen, dass eine Agrarwende nicht neu erfunden werden muss, sondern aus diesen Versuchen entwickelt werden kann. Reformkonzepte werden vorgestellt und die notwendigen politischen Regelungen genannt, die verantwortliches Wirtschaften möglich machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.01.2002

Rezensent Stephan Börnecke ist erfreut über dieses Buchs. "Spannend und provozierend" sei es und auch für Nichtfachleute sehr gut verständlich. Die Autoren Götz Schmidt und Ulrich Jasper, Dozent für Agrarpolitik und Agrarfachmann bei der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, untersuchen die propagierte Entwicklung zu einer ökologischen Landwirtschaft und machen Verbesserungsvorschläge zur aktuellen konventionellen Praxis. Sie plädieren für eine Demokratisierung der Landwirtschaft, schon allein, weil unter anderem "niemand mehr die Datumsangabe auf der Eierpackung verstehe", von WTO und Entscheidungen aus Brüssel ganz zu schweigen. Börnecke vergleicht die Untersuchung mit einigen anderen zum Thema erschienenen Werken der letzten Zeit und kommt zu dem Schluss, dass es zwar in einigen Punkten nicht über den Klassiker von Hermann Priebe "Die subventionierte Unvernunft" hinausgehe, aber gründlicher und vor allem "treffsicherer" sei als die Bücher von Kluge oder Franz Alt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.01.2002

Für Rezensent Manfred Kriener ist das Buch von Götz Schmidt und Ulrich Jasper das zur Zeit beste zum Thema Umgestaltung der Landwirtschaft. Es liefert eine solide Bestandsaufnahme unserer Agrarpolitik, und es interessiert sich, lobt Kriener, für die Bauern, die bei Schmidt/Jasper nicht nur Täter, sondern auch Opfer seien. Denn sie haben genau das getan, stellt er fest, was die Verbraucher wünschten: "billige Koteletts produziert". Die Autoren konstatieren laut Kriener einen kulturellen Bruch zwischen den Bauern und dem Rest der Gesellschaft. Die Stärke des Buchs macht für Kriener die Beschreibung der sozialen Lage und des Alltags der Bauern jenseits aller Skandale aus. Einen weiteren Schwerpunkt des Buches bilde die Tierhaltung, aber auch die mysteriöse Agrarlobby werde endlich einmal genauer unter die Lupe genommen. Das Buch ergeht sich nicht in pessimistischen Aussagen, schließt Kriener, sondern zeige auch Perspektiven auf, beschreibe neue Hofmodelle und sehe mit neuen Aufgaben auch neue Berufe wie den Energiewirt oder den Landschaftspfleger heranwachsen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Wie muss eine "Agrarwende" aussehen, die allen Interessen gerecht wird: jenen der Landwirte, der Natur, der Verbraucher? Die beiden Autoren Schmidt und Jasper bieten in ihrem Buch "Agrarwende" vielfältige politische Ansatzpunkte, reflektieren die aktuellen Reformkonzepte und verhelfen dem Leser zu sachlicher Orientierung, lobt Christiane Grefe. Die Kompetenz der beiden Autoren hält die Rezensentin für ausgemacht: Götz Schmidt lehrt Agrarpolitik in Kassel, Ulrich Jasper leitet bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft das Projekt "EU-Agrarreform 2009". Wohl unter Zeitdruck konzipiert, wirken laut Grefe einige Kapitel etwas zusammenhanglos. Zugleich sieht sie in der Breite des Spektrums die Stärke des Buches. Das größte Verdienst der Autoren sieht Grefe jedoch darin, dass sie die Krise auf ihre geistig-intellektuellen Wurzeln zurückführen: Nichts wird sich ändern, solange nicht anders gedacht wird: "Die Sackgasse der Landwirtschaft ist auch eine der Theorie."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001

Die BSE-Krise stellt einen einschneidenden Wendepunkt in der deutschen Agrarpolitik seit Ende des zweiten Weltkriegs dar. Die Veröffentlichung von Götz-Schmidt und Ulrich Jasper zu diesem Thema wird besprochen von Bärbel Höhn, der nordrhein-westfälischen Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In drei Teilen werde die historische Entwicklung dargestellt, die heutige Agrarpolitik kritisch hinterfragt und schließlich alternative Entwicklungsstrategien thematisiert, fasst sie zusammen. Dabei werden Reformkonzepte wie die Multifunktionalität von Landwirtschaft und die sogenannte "gläserne Produktion" miteinander verglichen. Ihre Forderung, "die Landwirtschaft in die Gesellschaft zurückzuholen", hätten die Autoren nach Meinung der Rezensentin allerdings vertiefen müssen. Trotz vieler Wiederholungen seien ihre Vorschläge zur Neuorientierung der Agrarpolitik aber "größtenteils plausibel".

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