Seit der Antike thematisiert die Tragödie unter dem Problemtitel 'Pathos' Extremwerte menschlicher Gemüts- und Körpererfahrung. In Anlehnung an Aby Warburgs Konzept der 'Pathosformel' rekonstruiert die Studie die privilegierte Stellung der Tragödie sowohl problem- als auch faszinationsgeschichtlich und bietet dabei einen historischen Überblick von der Aufklärung bis zu Nietzsche. Ulrich Port rekurriert dabei auf die Dramenliteratur von Lessing bis Büchner und diskutiert unter anderem die Gattungspoetik der Tragödie, die Metaphysik des Tragischen sowie physiologische und philosophische Affekttheorien.Wenn der privilegierte Zusammenschluss von Tragödie und Pathos im 20. Jahrhundert auch vor der Auflösung steht, so bietet die abschließende Frage nach dem 'Fortleben' von Pathosformeln in den Medien und Künsten der Gegenwart eine weiterführende Perspektive auf neue wie alte Medien
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2005
Ulrich Ports Definition für "Pathosformeln", die sich auf Aby Warburgs Theorien beziehen, findet Sandra Pott zwar nicht besonders "trennscharf", doch hält sie sie dennoch für einen "tragfähig", um damit Tragödien von der Aufklärung über die Klassik bis zum modernen Drama des 19. Jahrhunderts zu untersuchen. So gelinge es dem Autor, die Geschichte des deutschen Dramas "unter einem neuen Blickwinkel" zu schreiben, lobt die Rezensentin. Während sie findet, dass die Studie in ihren "einzelnen Stationen" durchaus überzeugend ist, vermisst sie darin dennoch den "Reiz des Neuen". So sei Nietzsches Theorie der Tragödie eigentlich hinlänglich untersucht, die "Tragödientheorie und -praxis des neunzehnten Jahrhunderts" dagegen noch ein Desiderat der Forschung, so Pott ein bisschen enttäuscht. Auf der anderen Seite bewundert sie das "Tempo" von Ports Untersuchung, das sich dabei dennoch auf "hohem Niveau" bewegt, wie sie versichert. Die Zeit der Studien "aus einem Guss" ist "vorbei", konstatiert die Rezensentin, deshalb ist sie froh, dass der Autor sein Thema zumindest "sportlich" nimmt.
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