Ulrike Bergmann

Johanna Schopenhauer

Lebe und sei so glücklich als du kannst. Romanbiografie
Cover: Johanna Schopenhauer
Reclam Verlag, Leipzig 2002
ISBN 9783379007870
Gebunden, 348 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Johanna Schopenhauer stand im Schatten ihres Sohnes Arthur. Zu Unrecht, weiß Ulrike Bergmann. Sie zeichnet das Bild einer Frau, der es mittels der Kunst gelang, der Hölle ihrer Ehe und der kränkenden Verachtung ihres Sohnes zu entkommen. Johanna Schopenhauer war nicht nur eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen ihrer Zeit, sondern auch Symbol für selbstbestimmtes Frauen-Leben überhaupt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.04.2002

Der Name Schopenhauer war im 19. Jahrhundert durchaus berühmt, schreibt Ludger Lütkehaus zu Beginn seiner Kritik - nur hätte man ihn nicht mit dem Vornamen Arthur verbunden, sonder eher mit Johanna, seiner romanschreibenden Mutter, oder Adele, seiner Schwester, die für ihre Scherenschnitte eine gewisse Bekanntheit genoss. Der Sohn und Bruder und geschichtsnotorische Frauenfeind wurde erst viel später bekannt. Über Mutter und Schwester sind jetzt erstmals Biografien erschienen, die beide "nach den Quellen gearbeitet" sind und Lütkehaus' großes Interesse finden: Ulrike Bergmanns vorliegendes Buch und Gabriele Büchs "Alles Leben ist Traum" über Adele. "Wohl informiert" nennt Lütkehaus Bergmanns Buch und auch der sozial- und kulturgeschichtliche Hintergrund des Goethe-Kreises, in dem sich Johanna bewegte, sei anschaulich herausgearbeitet. Mit einem gewissen Horror schildert der Rezensent dann die Famlilenverhältnisse, wie sie aus Bergmanns Buch hervorgehen: "Verfall einer Familie", ähnlich wie in den "Buddenbrooks" diagnostiziert er und schildert Schopenhauers Mutter als eine Frau, die zwar das Familienerbe verprasste, aber sich selbst behauptet habe - durch Romane, die die weibliche Entsagung feierten.

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