Empires sind in unsere Welt zurückgekehrt. Russlands Krieg gegen die Ukraine und Chinas neue Machtpolitik erinnern an das imperiale Ausgreifen großer Reiche im Jahrhundert der Imperien zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg. Doch wie lief die europäische Aufteilung großer Teile der Welt konkret ab? Und welche Handlungsoptionen hatten die Kolonisierten im Umgang mit der imperialen Macht? Ulrike von Hirschhausen und Jörn Leonhard schauen genau hin und zeigen, wie vielfältig die historische Entwicklung war. So entsteht eine innovative Geschichte der Empires: als Teil einer globalen Geschichte zum Zeitpunkt ihrer größten Ausdehnung. im 19. Jahrhundert teilten die großen europäischen Mächte die Welt unter sich auf. Das Britische Empire reichte von Kanada über weite Teile Afrikas bis nach Indien und Australien. Das Russische Reich erstreckte sich vom Baltikum bis zum Pazifik, und Habsburg expandierte auf dem Balkan, während das Osmanische Reich als "kranker Mann am Bosporus" erschien. Doch was ist gemeint, wenn von Imperien und Empires die Rede ist? Das Buch stellt die zentralen Herausforderungen der Empires, den Untergang ethnischer Vielfalt, in den Mittelpunkt. Und es erklärt, wie Kolonisierte mit Eroberung, Beherrschung, Integration und Ausbeutung umgingen. So wird die Logik imperialen Handelns und die Dynamik der Gewalt ebenso erkennbar wie die Strategien der Kolonisierten, die in einfachen Gegensätzen zwischen Herrschern und Beherrschten nicht aufgingen. Das Ergebnis ist eine innovative und zeitgemäße Geschichte der Empires in der Welt des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Empires: Wie sie funktionierten, was sie erreichten und woran sie scheiterten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2023
Rezensent Stephan Speicher sagt zunächst, was das Buch der Historiker Ulrike von Hirschhausen und Jörn Leonhard nicht leistet: einen "handbuchartigen Überblick" über imperiale Herrschaft. Dafür bieten die Autoren laut Rezensent einen eigenen Ansatz zum Thema, der örtliche Bedingungen und Beschränkungen in Übersee und auf dem europäischen Kontinent berücksichtigt. Für Speicher gehen die Autoren dabei zwar nicht immer genug in die Tiefe, etwa, wenn sie die Gräuel im Kongo zwar ansprechen, aber nur kurz, umso stärker findet Speicher die Gleichgewichtung zwischen kontinentalen und überseeischen Reichen im Buch.
Rezensent Jens Balzer findet das von Ulrike von Hirschhausen und Jörn Leonhard verfasste Buch enorm spannend und aufschlussreich. Zu lernen ist für den Leser laut Balzer, was im Kern von imperialistischen Herrschaftsbestrebungen los ist. Vergleichend, materialreich und mit großer Kenntnis verschiedener Empires von den Kolonialreichen in Afrika und Indien bis zum Russischen Zarenreich legen die Autoren Antworten vor auf Fragen nach den Strukturen imperialistischer Macht und den Ursachen ihres Aufstiegs und Niedergangs, erläutert Balzer begeistert.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…