Aus dem Englischen von Hannelore Irle-Dietrich. Die anhaltende Diskussion um die "Krise des Parlamentarismus" zeigt, dass die normative Begründung und systematische Bestimmung von Parlamentsfunktionen und demokratischer Öffentlichkeit von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der repräsentativen Demokratie ist. Das Problem ist aber nicht neu, wie John Stuart Mills klassischer Text zeigt. Er kreist um die Frage, wie sich die Gefahr einer "Tyrannei der Mehrheit" mit den Partizipationsanforderungen demokratischen Regierens versöhnen lässt. Mill begründet darin u. a. ein deliberatives Verständnis von Politik und erörtert die Gefahren einer bürokratischen Strangulierung politischer Freiheit.
Micha Brumlik begrüßt diese von Hubertus Buchstein und Sandra Seubert herausgegebene Ausgabe von John Stuart Mills 1861 erstmals veröffentlichten "Betrachtungen über die Repräsentativregierung". Er liest das Werk als kluge Auseinandersetzung mit den Vorteilen und Schwierigkeiten der parlamentarischen repräsentativen Demokratie. Mill erweist sich für ihn dabei als Sozialliberaler, der das individuelle Streben nach Glück hochhält und zugleich die Ideen des modernen Sozialstaats befürwortet. Auch wenn ihn Mill nicht mit allen seinen Antworten überzeugt hat, sieht er ihn als "Zeitgenossen", dessen Würdigung der repräsentativen Demokratie gerade in unserer krisengeschüttelten Gegenwart sehr bedenkenswert ist. Lobend erwähnt Brumlik auch das instruktive Nachwort der Herausgeber.
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