Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber. Umberto Eco und Philip Roth schreiben ihre Bücher auf Italienisch und Englisch und wir lesen sie auf Deutsch. Steht dann in beiden Sprachen dasselbe auf dem Papier? Oder hat der Übersetzer aus dem Original einen völlig anderen Text gemacht? Umberto Eco hat ein Buch geschrieben, das die Diskussion über das Übersetzen auf eine vollkommen neue Grundlage stellt. Kann der Übersetzer das Original verbessern? Gibt es so etwas wie Wörtlichkeit? Diesen Fragen geht Eco nach, illustriert mit Beispielen aus den berühmtesten Texten der Weltliteratur.
Einen begeisterten Leser hat dieses Buch über das Übersetzen von Umberto Eco in Rezensent Hinrich Schmidt-Henkel gefunden. Nicht nur, dass er Ecos eigene, ebenso luzide wie praxisgespeiste Betrachtungen ausgesprochen anregend fand. Auch die Übersetzung dieses als bisher unübersetzbar geltenden Buchs durch Burkhart Kroeber ist aus seiner Sicht ein glänzendes Exempel für die hohe Schule der Übersetzungskunst, der Eco hier das Wort redet. Auch Kroebers Nachwort wird hochgelobt. Allerdings gibt der Rezensent zu bedenken, dass Ecos Überlegungen theoretisch nicht innovativ genug sind, um die linguistische "Forschungsdiskussion" weiterbringen zu können, andererseits der Theorieanteil des Buchs auf Laien möglicherweise einschüchternd wirken könnte. Aber kaum scheint dann die Theorie im Licht des praktischen Beispiels, dann leuchten auch die Rezensentenaugen wieder. Denn trotz allem liegt für Schmidt-Henkel die größte Stärke des Buchs darin, dass es sich dem Übersetzen "phänomenologisch und nicht im Theoriekorsett" genähert hat und es Eco so gelungen ist, einen "gut lesbaren Brückenschlag" zwischen Theorie und Praxis geliefert zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2006
Bei Umberto Eco bekomme man als Leser nicht nur ein reiches Spektrum an Fachwissen geboten, lobt Rezensentin Stefana Sabin, auch eine Portion Faszination für die Sprache könne der Schriftsteller Eco vermitteln. Für sein Thema Übersetzung sei der Autor gleich dreifach qualifiziert, als Übersetzer, als vielfach übersetzter Autor und als Theoretiker. Indem er alle drei Bereiche bei seiner Darstellung ineinander fließen lässt und Einwände der einen oder anderen Seite einbezieht, demonstriere Eco das, was er "Verhandlung" nennt. Und so liefere er auch keine geschlossene Übersetzungstheorie, vielmehr ein "Lavieren" zwischen den verschiedenen Aspekten des Übersetzens. Der Übersetzer des vorliegendes Buches nun, resümiert die Rezensentin, habe Umberto Ecos erfreulich "unakademischen" Tonfall in ein "flüssiges" Deutsch hinüber gerettet.
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