Ein Zwerg aus Gummi ist der Held - ja sogar der Autor - dieses Buches. Sein Geheimnis ist, daß er, wenn kein Mensch ihn anschaut, lebt. Sich bewegen kann, denken, fühlen. Er begleitet Uti - jenen Jungen, der ihn mit seinem liebenden Blick erst lebendig gemacht hat - durchs Leben (Utis Leben), lebt sein Zwergenleben, während der Junge erwachsen wird und ein Mann, ein fast schon alter Mann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2006
Dieses Buch, stellt Burkhard Müller mit gehöriger Boshaftigkeit fest, beweise einwandfrei, dass es Bücher gibt, die die Welt nicht braucht. Müller zeigt sich gehörig genervt von diesem Roman, zu dem sich Urs Widmer offensichtlich von seinen Kindheitserinnerungen inspirieren ließ. Seine Familie wird dabei von Spielzeug-Zwergen repräsentiert, was dem Rezensenten nicht so recht einleuchtet, geschweige denn ihn befriedigt. Zudem weist die Erzählung nach Müllers Einschätzung nicht gerade viel Charme auf. Die Geschichte funktioniere auf keiner Ebene, und wo er sich anfangs noch ob all der "Peinlichkeit" krümmt, langweilt ihn es am Schluss nur noch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2006
Die Leseeindrücke von Rezensent Jürg Altwegg klingen etwas unübersichtlich. Es geht, wie man seiner Inhaltsskizze entnehmen kann, um eine bis ins Erwachsenenleben weitergesponnene Kindheitsfantasie Urs Widmers, die sich aus dem Spiel des Autors und seiner Schwester mit zwei Wichteln ergibt. Am Ende der skurrilen Geschichte von Uti und Nana und den dazugehörigen Grünsepps beziehungsweise Gummizwergen weiß der Rezensent nicht so genau, ob das nun "eine gute oder böse Geschichte war". Das mag, vermutet er, mit ihrer "metaphysischen Überhöhung" zu tun haben, weshalb er Widmers Geschichte auch nicht einfach als harmlos lustig loben kann, sondern am Ende etwas ratlos bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2006
Urs Widmers Buch "Ein Leben als Zwerg" hat Gieri Cavelty nicht gerade in einen Begeisterungssturm versetzt. Zwar findet er die Geschichte um den Gummignom Vigolette alt, der aus der Zwergenperspektive das banale menschliche Treiben kommentiert, durchaus neckisch. Ja, bisweilen kann sich Cavelty ein Schmunzeln nicht verkneifen. Zu seinem Bedauern begnügt sich Widmer allerdings "mit possierlichen Späßchen". Auch die Ironie des Buchs wirkt auf ihn "harmlos". Besonders störend empfindet Cavelty den "Kontrast zwischen der beschworenen Liebenswürdigkeit der Wichtelwelt und einer augenfälligen Lieblosigkeit im dramaturgischen Detail". Einen Vergleich mit Widmers Werken von literarischen Rang kann dieses Buch seines Erachtens nicht standhalten. Cavelty sieht darin nicht viel mehr als einen "literarischen Zwerg".
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