Vom Einbruch des Bedrohlichen ins eigene Heim Kurz vor der Geburt ihres Sohnes finden Laura und Nils die lang ersehnte Altbauwohnung, das Glück scheint perfekt. Wäre da nicht die psychisch kranke Nachbarin aus dem Erdgeschoss. Sie legt ihre Hand auf Lauras Bauch und alles verändert sich. Als sie eines Tages sogar die Wohnungstür eintritt, beginnt ein Kampf, auch um die eigenen Ideale und Gespenster der Vergangenheit. Wer hat mehr Recht auf Existenz und Wohnraum in einem System, das nicht allen gerecht werden kann? Haben Laura und Nils mit ihrem Verständnis für die Nachbarin das Leben ihres Sohnes aufs Spiel gesetzt? In ihrem Debütroman wirft Ursula Kirchenmayer die großen Fragen gesellschaftlichen Zusammenlebens auf: Wer soll und kann eigentlich vor wem geschützt werden?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.01.2023
Rezensentin Lara Sielmann sieht die Prämisse eines eigentlich vielversprechenden Themas in Ursula Kirchenmayers "Boden unter unseren Füßen" nicht erfüllt. Das junge Paar Nils und Laura zieht zusammen, als Laura schwanger wird, erzählt die Rezensentin, der 100 Quadratmeter-Altbau ist toll, alles wirkt so perfekt - wäre da nicht die psychisch kranke Nachbarin Peggy, die sie terrorisiert, stalkt und bedroht. Keiner der Nachbarn, auch keine staatlichen Organe greifen ein. Sielmann ist das zu platt: Die Figuren werden nicht richtig auserzählt, haben keine Tiefe, Peggy wird bloß stigmatisiert, anstatt dass sozialkritische Fragen gestellt werden, die sich mit Psyche und Gesellschaft befassen. Umsetzung leider nicht gelungen, resümiert die Rezensentin.
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