Sexuelle Freizügigkeit und die Polygamie gelten in weiten Teilen Afrikas bis heute als Mittel zum Zusammenhalt von Familien und Stämmen. Im Zeitalter der tödlichen Immunschwäche AIDS hat dieses Verhalten katastrophale Folgen, wenn Aufklärungskampagnen und die Vergabe von Verhütungsmitteln regelmäßig scheitern. Wer sich infiziert hat, ist ohne Chance: Es gibt keine medizinische Infrastruktur, die Medikamententherapie ist für die meisten Afrikaner unerschwinglich. So gibt es immer mehr Waisen, und die Lebenserwartung in den von der Seuche am stärksten betroffenen Regionen sinkt dramatisch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2003
Wenigstens einen "umfassenden Überblick über die Seuche" vermag die durch World Vision in Auftrag gegebene Studie des ehemaligen ZDF-Korrespondenten Heinz Metlitzky und der Fotografin Ursula Meissner zu geben. Mehr positives vermag Rezensentin Gaby Mayr dieser Publikation jedoch nicht abzugewinnen: "Acht Länder des afrikanischen Aids-Kriegsschauplatzes Afrika" haben die beiden bereist, Heißluftballonflug über die Serengeti inklusive, ohne jedoch den Menschen selbst nahe zu kommen, geschweige denn diesen selbst das Wort zu schenken. Viel Aufwand ist betrieben worden für dieses Werk, das "Ergebnis" jedoch "ist bescheiden", schlussfolgert die Rezensentin enttäuscht.
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