Aus dem Englischen von Christa Schuenke. Mit zahlreichen Abbildungen von Werken Caspar David Friedrichs, Henri Matisses, Mies van der Rohes, Nan Goldins, Le Corbusiers und vielen anderen. Wir alle lieben Kunst - wir gehen ins Museum und betrachten ein Gemälde, wir spazieren durch den Park und bewundern eine Skulptur, oder wir lassen unseren Blick an der Fassade eines imposanten Bauwerks entlanggleiten. Doch sehen wir die Kunst wirklich und nutzen wir sie für uns? Alain de Botton und John Armstrong zeigen in ihrem Buch, wie wir das Potenzial von Kunst für uns ausschöpfen können - wie wir mit Vermeer einen Blick für die scheinbar nebensächlichen Details im Leben entwickeln können; wie wir uns Leonardo da Vincis Neugierde für die Funktionsweise von Dingen aneignen oder wie wir mit den hypnotischen Ozeanbildern von Hiroshi Sugimoto eine ganz besondere innere Ruhe finden können.
Rezensent Florian Illies ist erklärtermaßen kein Fan der Ratgeber von Alain de Botton. Genauso wenig wie de Bottons Proust-Lektüre zuvor Illies' Leben veränderte, er sich von der Philosophie trösten ließ oder mit dem französischen Philosophen "richtig an Sex denken" wollte, möchte er nun von de Botton und dem Kunsthistoriker John Armstrong durch Kunst von seinen Neurosen geheilt werden. Egal, ob ihm die Autoren anhand von Landschaftsgemälden Ratschläge fürs Rasenmähen oder mittels abstrakter Kunst Tipps für die Ordnung im Haushalt erteilen - selten hat der Rezensent so viel "Groteskes" über Kunst gelesen. Und spätestens als sie ihm das Betrachten eines Spargelstilllebens von Manet als Paartherapie empfehlen, muss der zunehmend genervte Kritiker die Lektüre beenden, um sich die Kunst nicht gänzlich entzaubern zu lassen.
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