Uta Gerhardt zeigt, wie man eine Geschichte der Soziologie als Gesellschaftsgeschichte schreiben muss. In sechs chronologisch geordneten Studien werden Bruchlinien, Anschlussstellen und Widersprüche der Fachgeschichte beleuchtet. Zunächst die Abkehr vom Sozialdarwinismus, die Wilhelm Dilthey initiierte und die den Welterfolg der Weberschen Theorie erst ermöglichte. Im Fokus steht dann das Fortleben der Soziologie in der Emigration. Als wichtigsten Impulsgeber in der Stunde Null würdigtdie Autorin Edward Y. Hartshorne, bevor sie den Neubeginn der empirischen Sozialforschung analysiert. In den kontroversen 1960er Jahren folgt Gerhardt dem langen Schatten des Positivismus, um abschließend die Herausforderungen der Wiedervereinigung für die Soziologie zu analysieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2010
Heute werden über die Soziologie nicht mal mehr Witze gerissen, seufzt Rezensent Jörg Später über den von ihm beobachteten Bedeutungsverlust der Wissenschaft. Uta Gerhardts Überblick zur Soziologie im 20. Jahrhundert hat er mit Interesse zur Hand genommen, und er schätzt die Autorin als verdienstvolle Soziologin, deren Waffen in den wissenschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen der sechziger Jahre gehärtet wurden. Allerdings erkennt er in dem Buch auch das Bemühen, Marxisten und Positivisten aus der Ahnenreihe auszuschließen. Und da macht Später nicht mit. Gerhardts Unterscheidung von moderner Soziologie - in der Folge von Simmel und Weber - und allem anderen - Sozialdarwinismus, Positivismus und kritische Gesellschaftstheorie - findet er rein normativ, aber nicht methodologisch begründet. Gerhardts Credo "Gute Soziologen waren Demokraten, und Nichtdemokraten waren keine guten Soziologen", teilt er so nicht.
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