Die Geschichte der jungen Emma, die aus dem gewohnten Leben ausschert, weil sie Straßenmusikerin werden will. Die vieles trotzig und selbstsicher übersteht: Polizeireviere, harte Jobs, die Erziehungsversuche durch einen Lover, gewaltsame Hausräumungen und schließlich: dass ihr das Musik-Business einen Hit klaut. Diese Erzählung vom gefahrvollen, dreckigen, immer wieder auch freundschaftlichen und glückenden Leben an den Rändern der Städte: bringt die ganz andere Stimme einer Generation.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2003
Beatrix Langner bringt dieser Roman über eine junge, obdachlose Straßenmusikerin richtiggehend ins Schwärmen. Ihrer Meinung nach ist es "ein Roman über einen glücklichen Menschen und ein wunderbares Buch für alle, die eine authentische raue Stimme in der Literatur noch glücklich machen kann". Dass die Geschichte einer vermiedenen Musikerkarriere mit dem "haschischseligen Freiheitspathos der längst verschollenen Hippie-Generation" erzählt wird, scheint sie nicht zu stören - vielleicht weil es der Protagonistin offenbar nicht an Selbstironie fehlt. An manchen Stellen ist Langner das Buch aber doch ein wenig zu glatt. Beispielsweise findet sie, dass die Botschaft "Sorge dich nicht, lebe" ein bisschen zu unverschlüsselt verkündet wird. Außerdem findet Langner, dass die Autorin, die einen ähnlichen Erfahrungshorizont hat wie ihre Protagonistin, die negativen Aspekte des Lebens auf der Straße ausblendet. "Was dabei vielleicht etwas zu kurz geraten scheint, das ist die Wut, die aus der Beschreibung des Elends weiterführen würde zur anklagenden Form." Trotzdem hat die Rezensentin unterm Strich viel Freude an dem "romantischem Existenzialismus" dieses Romans, der das feiert, was "kostbar geworden ist in einer sozialen Ordnung, die Unmittelbarkeit und Originalität aus ihrem Erfahrungshorizont verbannt hat."
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