Mit Fotografien von Heinz Lehmbäcker und Texten von Uwe Johnson. "Sonst war der Tannenkrug geschlossen, die Grenzburg hatte einen von ihren wöchentlichen 'Schließtagen'. Die Wahrheit zu sagen, war ich ja auch bloß gekommen wegen des Ausblicks vom Kamm des Heidbergs, wo ein Abhang sich öffnet, güstrower Kindern wohlbekannt als Schlittenbahn, auch dem Auge freien Weg öffnend über die Insel im See und das hinter dem Wasser sanft ansteigende Land, besetzt mit sparsamen Kulissen aus Bäumen und Dächern. Obschon ich dieses Bildes gewärtig sein zu hoffe in der Stunde meines Abscheidens, wäre ich doch verbunden für eine fotografische Ablichtung davon, gerade wenn die Sonne düstere Regenwolken zur Seite drängt." So ist es zu lesen in einem Brief, den Uwe Johnson 1982 nach einem Besuch in der DDR Heinz Lehmbäcker schreibt, der als Fotograf und als Wissenschaftsjournalist für das DDR-Fernsehen arbeitete. Lehmbäcker zieht mit seiner Kamera los und schießt das gewünschte Foto, auch wenn das Wetter nicht Johnsons Vorstellungen entspricht. Was er nicht wusste: Johnson brauchte das Bild für eine Stelle in den Jahrestagen, und also sind, der Johnson eigenen dokumentarischen Akribie gehorchend, dort die Wolken bereits verflogen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.05.2005
Steffen Richter weiß, wer der Fotograf Heinz Lehmbäcker noch ist: der Saitschik aus Uwe Johnsons "Jahrestagen". Und er verspricht dem Betrachter seiner Fotos aus dem Mecklenburg der 50er bis 90er Jahre einen "veritablen Augenschmaus", eine bildliche Illustration zu Johnsons Prosa. So ist dieses Buch gedacht, und so funktioniert es auch prima: "Mal illustrieren die Bilder das Geschriebene, mal kommentieren sie es oder gehen ihre eigenen Wege." Fazit: Ein schöner Band über "Johnsons eigentliche Landschaft" im Jahr seines 70. Geburtstags.
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