Eine niederschmetternde Bilanz des Einsatzes der USA und ihrer Verbündeten. Uwe Krüger, freier Autor, analysiert den Krieg in Afghanistan. Aus Anlass des Abzugs der Bundeswehr Ende 2014 stellt er fest, dass die Besatzer wie schon zuvor die Russen die Vielschichtigkeit dieses Landes nie verstanden haben. Für die Armee im Einsatz war Afghanistan Feuertaufe und Testfeld zugleich. Deutschland wurde selbst zum Anschlagsziel. Der weltweite Antiterrorkrieg, der auf eine veränderte Machtarchitektur zielte, endete in der Sackgasse. Die Balance von Bürgerrechten und Sicherheit ging verloren. Untermauert von zahlreichen Daten, Fakten und Quellen spannt der Autor den Bogen vom Afghanistan-Konflikt bis zum NSA-Überwachungsskandal. Er kommt zu dem Ergebnis, dass weder NATO noch EU überzeugende Antworten auf die aktuellen Herausforderungen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2014
Hans-Dieter Wichter geht desillusioniert aus dieser Lektüre hervor. Was Uwe Krüger hier über Afghanistan, das Scheitern des Westens in der Region und die Legitimation der Intervention schreibt, findet er kenntnisreich und ein wenig detailverliebt, vor allem aber sehr düster. Wenn der Autor die Frage nach den Beweisen für eine Beteiligung von Bin Ladin an 9/11 stellt oder auf die globalen Gefahren der Gewalteskalation in Afghanistan hinweist, scheint der Rezensent zwar manchmal die Stirn zu runzeln, insgesamt findet er das Thema jedoch umfassend behandelt, wenngleich auch hier und da recht sprunghaft in der Darstellung, wie er kritisiert.
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