Die Rede ist das stärkste Werkzeug, um die Aufgaben der Politik öffentlich zu machen. Denn politische Reden sind nicht nur Wirkungsinstrument, sondern vor allem Klärungsinstrument. Unter diesem Aspekt war Gerhard Schröders Reformrede "Agenda 2010" ein nachweisbar schwacher Text. Pörksen geht der Frage nach, was eine gute und glaubwürdige Regierungserklärung ausmacht. In drei Schriften entwirft er einen Grundriss praktischer politischer Poetik. Sein Plädoyer für die traditionsreiche Kulturtechnik der politischen Rede und die durchsichtige Darstellung ihrer Spielregeln mündet in den konkreten Vorschlag, eine "Akademie zur guten Rede" zu gründen und aus Rednerschulen Politikwerkstätten zu entwickeln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2004
Als ebenso "substanzielles" wie "kurzes" Buch würdigt Rezensent Ludger Lütkehaus diesen "Grundriss einer politischen Poetik" des Sprach- und Literaturwissenschafters Uwe Pörksen. Im Mittelpunkt des Buchs sieht Lütkehaus eine Kritik der Regierungserklärung des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder vom 14. März 2003 ("Agenda 2010"), die als politisches und rhetorisches Exempel diene. "Einer schwachen politischen Rede", schreibt der Rezensent, "wird hier die Ehre einer genauen Analyse ihrer Defizite angetan." Dabei gehe es Pörksen stets um die Erneuerung der politischen Rede, ja die Wiedergewinnung der Autonomie des Politischen. Eine der Stärken dieser politischen Poetik erblickt Lütkehaus darin, dass sie die Gegenfragen wie überhaupt den Gegner im Sinn einer ergiebigen Findekunst stark mache. "Zumindest die Redenschreiber von Gerhard Schröder", resümiert der Rezensent, "sind gut beraten, dieses Buch zu lesen".
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…