Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2002
Ludwig Greve, der 1991 verstorbene leitende Bibliothekar am Deutschen Literaturarchiv in Marbach, ist, meint Uwe Pörksen, "kein Geheimtipp" mehr. Greve war nicht allein mit der Archivierung der Texte anderer beschäftigt, er schrieb auch selbst. Einen Teil seiner Schriften hat nun Reinhard Tgahrt zusammengestellt, berichtet der Rezensent, der überzeugt ist, dass Greve noch späte Ehrungen für sein Werk erwarten werden. Seine Texte habe Greve "ungewöhnlich formbewusst" geschrieben: Gedichte entstanden "über lange Zeiträume" Zeile um Zeile, während die Prosa leichter von der Hand gegangen sei. Die stecke voller Selbstkritik, Ironie, "Beiläufigkeit" und sei niemals sentimental, schwärmt Pörksen. Der Band enthalte, so der Rezensent, "vorzügliche Porträts" über Maria Kasack, Max und Margot Fürst, Bernhard Zeller und Eduard Berend, einen Aufsatz über Else Lasker-Schüler und einen "ablehnenden Kommentar" zu Jakob von Hoddis "berühmtem" Gedicht "Weltende" sowie eine "souveräne" Rede über Gottfried Benn, listet Pörksen eine kleine Auswahl von Kostbarkeiten aus dem Nachlassschatz des Marbacher Leiters auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.01.2002
Albert von Schirnding zeigt sich äußerst erfreut über diese Sammlung von Erzählungen, Aufsätzen Reden und Erinnerungstexten über verschiedene Menschen, denen der Autor in seinem Leben begegnet ist. Dabei stellt der Rezensent bewundert fest, dass in den Texten Greves die Landschaft einer ganzen "Epoche" nachgezeichnet ist. Besonders den Beitrag, in dem Greve seine Poetologie umreißt, lobt der Rezensent als "erschreckend persönlich" und dabei fern aller "Peinlichkeit". Dass das Buch zudem überaus "nobel" aufgemacht ist, freut den Rezensenten zusätzlich.
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