Aus dem Italienischen von Gudrun Jäger und Cathrine Hornung. Eine ganz und gar unromantische Liebeserklärung an die weibliche Lust. Amanda, die erfolgreiche Architekturdozentin in den Fünfzigern, lässt sich von ihrem Begehren leiten, sie überrascht Männer wie Frauen mit ihrer direkten Art der Verführung, schließlich wollen alle dasselbe: Liebe machen, sich berühren, küssen, kommen. Die weibliche Ekstase steht im Vordergrund: Orgasmus vor Liebe, Instinkt vor Konvention, Körper vor Verstand. Parrella liefert ein provokantes Update der "Enzyklopädie der Frau". Dieses legendäre italienische wöchentliche Sammelheft der 1960er-Jahre erteilte von A bis Z gute Ratschläge für die perfekte Frau - nur ein Eintrag fehlte darin: M wie Möse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018
Rezensentin Insa Wilke seufzt: So eine tolle Übersetzung von Gudrun Jäger und Cathrine Hornung und auch die italienische Schriftstellerin Valeria Parella schätzt die Kritikerin eigentlich. Mit dem neuen Roman von Parella kann die Kritikerin, gelinde gesagt, allerdings gar nichts anfangen: Der Ansatz dieser Geschichte um die 53jährige Feministin Amanda, die von ihrer Großmutter eine konservative "Enzyklopädie der Frau" vermacht bekommt und diese in einem zweiten Teil mit Begriffen wie "Möse" pimpt, ist ebenso flach wie der Witz, ärgert sich die Rezensentin. Dass jene Amanda dann auch noch gleichermaßen sexistisch und rassistisch durch die Lande zieht, hat für Wilke nichts mit Emanzipation zu tun. Lesern, denen es um Bildung, "echten Witz und wirkliche Freiheit" geht, sollten lieber zu Silvia Bovenschen oder Angela Steidele greifen, rät sie.
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