Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi war einer der wichtigsten Visionäre "EUropas" im zwanzigsten Jahrhundert. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu seinem Tod 1972 setzte er sich ununterbrochen für eine europäische Einigung ein. Er suchte den Kontakt zu den wichtigsten Politikern der europäischen Länder, schrieb zahllose Artikel und Bücher und reiste quer durch Europa, alles mit dem Ziel, seine europäischen Konzepte baldmöglichst ver- wirklicht zu sehen. Wichtigstes Instrument in diesem Einsatz für Europa war jedoch die von Ihm gegründete Paneuropa-Union, die erste Europabewegung überhaupt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2005
Angetan zeigt sich Andreas Rödder mit Vanessa Conze Biografie Richard Coudenhove-Kalergis, der wegen seines 1923 erschienen Buchs "Paneuropa" gemeinhin als Vorreiter der europäischen Einigung gilt. Die Autorin skizziere die Biografie des Grafen "knapp und konzise", bündle "pointiert" Befunde, und beschreibe ihn als "Vater der europäischen Einigungsbewegung" (Conze). Im Blick auf diese Einschätzung Rödder wirft die Frage auf, worin die "benennbare Bedeutung" Coudenhove-Kalergis lag. Schließlich unterschied sich die europäische Einigung nach Ansicht Rödders hinsichtlich ihrer konkreten historischen Antriebe, Rahmenbedingungen und ihrer Gestalt substanziell von Coudenhove-Kalergis "ebenso inkonsistenten wie wechselhaften und politisch gar nicht realisierbaren Vorstellungen". So kommt der Rezensent zu dem Schluss: "Was von 'Paneuropa' blieb, war vor allem das Schlagwort. Seine Suggestionsgeschichte war allerdings ein Erfolg."
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