Verena Ballhaus, Johann Wolfgang von Goethe

Gefunden

Gedicht von Johann Wolfgang Goethe. (Ab 5 Jahre)
Cover: Gefunden
Bajazzo Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783907588451
Gebunden, 40 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Verena Ballhaus hat das 1813 entstandene Gedicht, das Goethe seiner Braut gewidmet hat, auf witzige und zugleich berührende Weise interpretiert. Damit wird dieses Gedicht voller Zärtlichkeit zu einem aufregenden Schau- und Lesevergnügen für Kinder und Erwachsene.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2004

Kindgerecht aufbereitete Weltliteratur liegt im Trend, weiß Gerda Wurzenberger und fragt sich, wie man wohl Goethe-Gedichte illustrieren könnte. Zeichnet man den Worten eine Kulisse? Oder gestaltet man besser ein visuelles Gedicht? Verena Ballhaus hat die zweite Variante erprobt und die Rezensentin damit durchaus überzeugt. Oder verstecken sich in der Formulierung, dass "die Illustratorin auch den Erwachsenen viel Suchfreude und Findungsgeist" abverlange, auch leise Zweifel? Wie dem auch sei, jedenfalls nimmt uns das Büchlein mit auf eine spannende "Bildsuche" parallel zu Goethes Gedicht "Gefunden". Und es passiert viel: "So verzweigt sich Goethes Vorlage in diesem Büchlein wie wild, sie wächst und wuchert, sie blickt uns aus neugierigen Augen an und schlägt Purzelbäume, ganz so wie das darin beschriebene Blümchen auch."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2003

Rezensent Jens Thiele findet große Worte für dieses gelungene Illustration eines Goethegedichts: "Selten wurde große Literatur so einfühlsam an kleine Betrachter gebracht." Mit "verhaltener Ironie" habe die Illustratorin Verena Ballhaus eine zeitgemäße Doppelbödigkeit in die Geschichte eingebaut. Die ursprünglicher Aussage, ein "leises Plädoyer für den behutsamen, respektvollen Umgang mit der Natur", wurde dabei erhalten und erweitert. Es geht nicht mehr nur um die Darstellung eines "romantischen Naturraums", auch die Welt des Lesen und der Bücher selbst wird thematisiert, erklärt Thiele. Das gelungenen Bilderbuch ist seiner Meinung nach "ein schlicht gezeichneter Illusionsraum, in dem sich überraschend eine Tür öffnet".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.09.2003

Rezensent Hans ten Doornkaat nimmt Goethe beim Wort mit der Erkenntnis: "Was das Schwerste ist von allem? Was dich am Leichtesten dünkt! Mit den Augen zu sehen, was vor den Augen dir liegt." Dies sei auch das Geheimnis für Bilderbuchkritik, findet er, und dies ist wohl auch der Grund, warum in seiner Rezension gerade die Zeichnungen in Verena Ballhaus Buch starke Beachtung finden. Positiv vermerkt er zunächst, dass man hier nicht auf die bei Gedichtausgaben übliche Biedermeierei stößt. Auch lobt er die klare Interpretationslinie der Autorin. Ganz besonders scheint ihm jedoch zu gefallen, dass der Bildtext hier neue Wege gehe. Das Naturgedicht werde zur Liebesgeschichte, und die Zeichnungen verdeutlichen dies, stellt er fest. Sie enthalten aber auch "Irritationen und Bildrätsel; geistreich und naiv zugleich". Das Buch werde dadurch zu einer "Aufgabe zum Schauen", findet er.

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