Aus dem Englischen von Friedrich Griese. Eine Aschenputtelgeschichte in einer der aufregendsten Epochen Frankreichs: Veronica Buckley erzählt das Leben der Françoise d'Aubigné alias Madame de Maintenon (1635-1719) im schillernden Frankreich Ludwigs XIV. Geboren wurde Françoise als Tochter eines verurteilten Mörders und Staatsverräters in einem trostlosen Provinzgefängnis. Nach entbehrungsreicher Jugend heiratete sie mit fünfzehn den gelähmten Skandalautor Paul Scarron, dem sie durch ihre brillant formulierten Briefe aufgefallen war. Ein für beide vorteilhafter Pakt: er hatte eine Pflegerin, Françoise Zugang zur besseren Pariser Gesellschaft. Nach Scarrons Tod wurde Françoise Pflegemutter der Kinder Ludwigs XIV. mit seiner Favoritin Anéaïs de Montespan. Bald war sie Vertraute des Königs, dann seine Mätresse und nach dem Tod von Maria Theresia seine Ehefrau linker Hand. Schön, amüsant, klug, aber weder eitel noch scheinheilig, weder kokett noch frivol, nutzte sie das Verhältnis auch zu politischer Einflußnahme: die ungekrönte Königin Frankreichs.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2012
Die Marquise de Maintenon aus dem Schatten der Marie-Antoinettes herauszuholen - ehrenhaft, die Art und Weise, wie es ihre Biografin Veronica Buckley hier versucht - töricht. So lautet das Urteil des Rezensenten Johannes Willms, der sich partout nicht vorstellen kann, dass ausgerechnet diese erzkatholische Salzsäule von einer Frau die Geliebte Ludwigs XIV. gewesen sein soll. Ebendies jedoch behauptet Buckley. Mit viel Fleiß und ebenso viel historischer Ahnungslosigkeit quält sie Johannes Willms, ärgert ihn mit psychologischen Banalitäten und liefert eine Darstellung der Maintenon, der es laut Willms so ziemlich an allem fehlt, was eine gute Biografie nötig hat, verlässliche Quellen nicht zuletzt.
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