Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz. Ein einfacher, nicht winterfest zurückgelassener Wasserhahn zwingt Paul trotz Erkältung zur Reise. Er soll, nach dem plötzlichen und rätselhaften Verschwinden seines Bruders, einen Rohrbruch im alten Familienanwesen verhindern. Der Ingenieur, der sonst in Krisengebieten an Brücken und Staudämmen arbeitet, begibt sich notgedrungen auf eine Expedition in ein tief verschneites französisches Dorf. Was den Mann im verlassenen Haus seiner Kindheit erwartet, erfordert jedoch mehr als handwerkliches Geschick, und auch technisches Gerät bringt hier keinen Segen mehr. Unter den Schneemassen zeigt sich, wie rissig und hinfällig alles geworden ist. Bei Tütensuppe und Doregrippin, mit Blick auf einen Fernseher ohne Ton beginnt Paul zu begreifen, wovor sein Zwillingsbruder geflohen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Die Kunst der Offenbarung und Zurückhaltung beherrscht die Autorin laut Rezensentin Lena Bopp wie keine zweite. Genau darum geht es in diesem Roman von Veronique Bizot, den uns Bopp als Geschichte um einen Helden auf der Suche nach sich selbst vorstellt, die wiederum an Familienbande rührt, Fäden, Abhängigkeiten, Verhältnisse, Konstellationen, die Bizot laut Bopp sichtbar macht, ohne sie zu benennen, die aber von großer Wirkungsmacht sind, Ängste, Trauer, Härte, Unrecht bedeutend. Diese Dinge zu ahnen, genügt der Autorin und genügt Bopp voll und ganz.
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