Veronique Ovalde

Die Männer im allgemeinen gefallen mir sehr

Roman
Cover: Die Männer im allgemeinen gefallen mir sehr
Antje Kunstmann Verlag, München 2005
ISBN 9783888973833
Gebunden, 186 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Die Männer im allgemeinen gefallen Lili sehr. Und sie gefällt den Männern, zum Beispiel Samuel, dem Sozialarbeiter mit dem pelzfarbenen Blick und der sanften Stimme, der sie aus dem Jugendknast gleich mit zu sich nach Hause genommen hat. Jetzt wohnen sie in einem Reihenhäuschen am Zoo, und die Tage vergehen wie ein ruhiger, stiller Traum. Doch nachts wacht Lili von der vielen Stille auf. Durch die Vorhänge sieht sie, wie die Zootiere in einer gespenstischen Prozession ihre Käfige verlassen. Am nächsten Tag meint sie aus dem Augenwinkel eine vertraute Gestalt zu erkennen. Geht es wieder los? denkt sie. Yoim ist wieder da, um sie zurückzuholen, und mit ihm kehren die Gespenster der Vergangenheit zurück. Yoim, der sie aus dem Gefängnis ihrer Kindheit befreit hat, um sie in eine noch tiefere Abhängigkeit zu stürzen. Er braucht nichts zu tun als zu warten, und schon sind der Hass und die Verzweiflung wieder da, und zugleich die hypnotische Anziehung, die Lust der Unterwerfung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2005

Eine gewisse Effekthascherei macht Rezensent Thomas Laux in Veronique Ovaldes neuem Roman aus. Bei aller "Schwere" und zahlreicher "Implikationen einer Psychopathologie" komme die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus der totalen Abhängigkeit von einem Mann löst, allzu gewollt daher. Diverse "Geschmacklosigkeiten", Schockmomente und eine "krude" Sprache bestärken den Kritiker nur noch mehr in seiner Annahme, die Autorin sei ihrem eigenen Anspruch "nicht wirklich gewachsen". Lobende Worte findet er nur für ein Kapitel aus dem Mittelteil des Romans, in dem Ovalde den alltäglichen Faschismus in Frankreich thematisiert. Doch da die Autorin diesen Aspekt nicht weiter verfolgt, bleibe der Roman ein Buch, das den Leser mit "willfährigem Geplapper" an die "Schmerzgrenze" zu bringen droht.

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