Aus dem Isländischen von Andreas Vollmer. 45 Jahre alt ist die Ich-Erzählerin, als sie von der Straße weg das erste Mal in ihrem Leben zum Kaffeetrinken eingeladen wird: in die Wohnung einer schönen Unbekannten. Zunehmend wundert sie sich über das eigenartige Verhalten der Gastgeberin, das unvermittelt zwischen offenherziger Freundlichkeit, überraschender Vertrautheit und grober, abstoßender Direktheit hin und her wechselt. Was verbirgt sich hinter dieser Einladung, die immer stärker zu einer Bedrohung wird? Schutz und Zuversicht findet die Ich-Erzählerin seit langem in einem imaginären Wald, in dem ihre Gefühle wohnen ? jedes in einem Baum, genährt von Erde und Luft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2000
Viel Gefallen findet der Rezensent Werner Irro nicht an diesem märchenhaft anmutenden Roman. Die Autorin erzählt die Geschichte der zurückgezogen lebenden Gudrun, die ihre Identität an die Puppensammlerin Hildur verliert, berichtet Irro. Ihn stört der Gestus "einer Naivität, die man nur schwer gelten lassen kann". Neben der sprachlichen Ebene missfällt ihm auch der etwas unzeitgemäße, in den 70er Jahren verhafte Ansatz der Autorin, "konventionelle Muster von Frauenporträts traumwandelnd zu unterlaufen", obwohl er ihren Umgang mit diesen Verschiebungen als "virtuos" bezeichnet. Trotzdem: das Ergebnis empfindet er als misslungen, auch werden die beiden Hauptfiguren nach Irros Auffassung nicht gut ausgemalt. All das zusammen erzeuge eine "durch und durch hölzerne Handlungskette", die auch durch einen "ironischen Schlenker" am Schluss nicht wirklich stimmig werde.
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