Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2000
Albert von Schirnding weist zunächst darauf hin, dass der Autor sich hier vor allem mit der Bedeutung der Schattens in der abendländischen Malerei beschäftigt, dabei jedoch auch Ausflüge in die "begleitende Kunsttheorie, (...) Literatur und Fotografie" unternimmt. Die Lektüre hat dem Rezensenten eine solche Vielzahl von Erkenntnissen beschert, dass er sie - wie er anmerkt - unmöglich alle detailliert besprechen kann. Und so hebt er zwei Aspekte gesondert hervor. Zum einen ist es die "Unterordnung des Schattens unter den Spiegel, (die) seine Einverleibung zur Folge hat". Dabei bezieht sich der Rezensent auf Plinius, der die Geburt der Malerei als den Versuch, einen Schatten festzuhalten, beschreibt und Albertis These von 1435, der Narziss und die Spiegelung des eigenen Antlitzes sowie den Wunsch, sich selbst künstlerisch festzuhalten als Ursprung neuzeitlicher Malerei bezeichnet. Der zweite Aspekt betrifft die "Opposition von Spiegel und Schatten". Als Beispiel nennt der Rezensent die Silhouetten in Lavaters "Physiognomischen Fragmenten", in denen das Ich auf Umwegen besonders deutlich wird oder auch C.G. Jung, für den der Schatten die "ins Unbewusste verdrängte Komponenten" repräsentiert.
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