Darf man noch die Frage stellen: Was ist der Mensch? Der philosophische Mainstream postuliert jedenfalls seit geraumer Zeit den Tod des Menschen. Demgegenüber geht es in diesem Buch ausdrücklich um eine philosophische Anthropologie, die an der universalen Frage nach dem Menschen noch festhält. Im Zentrum steht das Phänomen des leiblichen Ausdrucks. Gefühle wie Freude, Trauer, Scham, Zorn, oder Überraschung sind über alle kulturellen Grenzen hinweg verständlich und erschließen uns die Dimension des Moralischen. Ausführlich werden die philosophischen Konzepte von Wilhelm Dilthey, Helmuth Plessner, Ernst Cassirer und Max Scheler untersucht und mit neuen wissenschaftlichen Ergebnissen konfrontiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2006
So macht Wissenschaft Sinn, meint Helmut Mayer nach der Lektüre von Norbert Meuters Buch wider eine allzu reduktionistische Anthropologie. Meuters Vorgehen, mit Gewährsleuten wie Dilthey, Plessner, Cassirer und Scheler eine philosophische Anthropologie zu entfalten und diese dann empirisch zu überprüfen, um zu einem universalen, insbesondere auf von der Emotionspsychologie eruierten expressiven Phänomen gründenden Menschenbild zu gelangen, hält Mayer für gelungen. Meuters Revision der verbreiteten Annahme einer Dualität von Natur und Kultur in Bezug auf den Menschen hat ihn auch durch ihre unakademische Leichtigkeit überzeugt. Des Autors Auseinandersetzung mit Richard Rorty scheint Mayer schließlich auch von der im Buch vertretenen These einer auf menschliche Universalien zurückzuführenden Empathie und einer daraus resultierenden Moral zu überzeugen.
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