Herausgegeben von Wilhelm Rimpau. Mit einer Einführung von Klaus Dörner und W. Rimpau. "Am Anfang steht die Kinderfrage des Warum. Warum wird man krank?" Dass der Mensch seine Krankheiten nicht einfach bekommt, sondern dass sie immer wieder in seine Lebensgeschichte eingewoben sind, dass also jede Krankheit auch seelische Dimensionen hat, diese Überlegungen ziehen sich durch das Werk Viktor von Weizsäckers. Nicht von ungefähr nannte er seinen ärztlichen Werdegang eine "Flucht vor der Schulmedizin".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2008
Rezensent Peter Henningsen begrüßt dieses Lesebuch mit Texten Viktor von Weizsäckers (1886-1957), den er als "Gründervater der Psychosomatischen Medizin in Deutschland" würdigt. Er lobt die gelungene Auswahl der Texte - autobiografische Anmerkungen sind ebenso vertreten wie medizinische Fallgeschichten und theoretischen Überlegungen zur medizinischen Anthropologie - sowie die verständlichen Einführungen dazu. Für Henningsen ist das Werk Viktor von Weizsäckers keineswegs nur von historischem Interesse. Im Gegenteil: die Lektüre der Texte führt seines Erachtens beeindruckend die Aktualität der Psychosomatik vor Augen. Neben den Vorstellungen des Autors über ein tieferes Verständnis des Menschseins aus dem Kranksein hebt Hennigsen die Einführung des Subjekts in die Medizin hervor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2008
Sehr eingenommen ist Gesine Hindemith von diesem Lesebuch, das eine gute Auswahl der wichtigsten Texte des Neurologen Viktor von Weizsäcker bietet. Neben autobiografischen bietet der Band theoretische Schriften, die medizinische, psychoanalytische, philosophische und theologische Überlegungen und Aspekte integrieren. Weizsäckers Plädoyer für einen anthropologischen Weg in der Medizin, der den Mensch nicht auf ein Objekt reduziert, scheint ihr überaus überzeugend. Sie hebt hervor, dass der Autor das Subjekt in das Arzt-Patienten-Verhältnis wieder einführen und der Therapie die Form einer "biografischen Pathogenese" geben wollte. Erhellend findet sie die medizinisch-philosophischen Überlegungen über den Sinn von Krankheit, die Reflexionen über den Begriff des Verstehens und die Idee des "therapeutischen Gestaltkreises". Hindemith ist sich sicher: Weizsäckers "scharfsinnige Analysen würden das Gesundheitswesen revolutionieren, wenn sie dürften".
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…