Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2003
In ihrem "reich dokumentierten" Band geht Viktoria Stadlmayer der Frage nach, ob der Verbleib Südtirols bei Italien nach 1945 unausweichlich war, berichtet der R. St. zeichnende Rezensent. Wie er ausführt, legt die langjährige Südtirol-Referentin der Nordtiroler Landesregierung in Innsbruck dar, "wie sehr das Schicksal Südtirols nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Kippe" stand. In mehreren Regierungsmemoranden nämlich sei die Rückkehr zu Österreich als richtige Lösung beschrieben worden. Dank des Geschicks und der eindeutigen Westorientierung des italienischen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi, der den Großmächten eine großzügige Minderheitenregelung für die Deutschsprachigen in Südtirol schmackhaft machte, konnte Südtirol schließlich bei Italien bleiben. Der Rezensent bescheinigt Stadlmayer "politische Einfühlungsgabe". Ihr Buch zeige, dass die Geschichte 1946 auch einen andern Lauf hätte nehmen können. "Der tatsächlichen Entwicklung", schließt der Rezensent zufrieden, "braucht sich dennoch keine der beiden Parteien zu schämen."
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