Viola Roggenkamp

Frau ohne Kind

Gespräche und Geschichten
Cover: Frau ohne Kind
Europa Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783203815121
Gebunden, 239 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Viola Roggenkamp hat dreizehn kinderlose Frauen, verschiedenen Alters und mit verschiedenen Berufen, zu einem Festmahl eingeladen und nach ihren Geschichten gefragt. Dabei ist ein Buch entstanden, in dem ganz unterschiedliche Frauen sehr persönlich und offen erzählen, warum sie sich gegen die Mutterrolle entschieden haben: mal entschieden und selbstbewußt, mal traurig und voller Sehnsucht nach dem Kind, das es nie geben wird, mal wütend und trotzig, mal zart und innig.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2004

Dreiunddreißig Prozent aller 39-jährigen Frauen in Deutschland sind kinderlos, sagt die Statistik. Mit dieser Information wartet Nadia Bantel in ihrer Besprechung von Viola Roggenkamps neuem Buch auf, das um das Thema Kinderlosigkeit kreist. Mit Erstaunen oder vielmehr Erschrecken nimmt Bantel zur Kenntnis, dass "der Gedanke, kein Kind zu bekommen", bei den betroffenen Frauen eine beherrschende Rolle spielt. Ein entspannter Umgang mit dem Thema sei kaum möglich, stellt sie fest. Viele Frauen hätten nach wie vor Angst, in die Fußstapfen ihrer Mütter zu treten. Wie selbstbestimmt ist so ein Lebensentwurf wirklich, fragt sie, wenn er nach äußeren Kriterien wie Partnerschaft oder Betreuungsangeboten entschieden wird. Roggenkamp hat zwölf kinderlose Frauen zu sich nach Hause eingeladen, sie bekocht und so das persönliche Gespräch gesucht, erläutert die Rezensentin. Dabei herausgekommen seien zwölf nuancierte Portraits oder Erzählungen, die sich wie innere Monologe lesen. Von der potenziellen Macht der Frauen, dass sie diejenigen seien, die darüber entscheiden, ob der Generationenvertrag in Zukunft noch tragfähig ist, sei nichts zu spüren, bedauert Bantel. Vielmehr lauerten überall Ängste: Versagensängste wie Ängste vor Abhängigkeiten und dem Brachliegen weiblicher Sexualität.

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