Regina Toepfer

Kinderlosigkeit

Ersehnte, verweigerte und bereute Elternschaft im Mittelalter
Cover: Kinderlosigkeit
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart - Weimar 2020
ISBN 9783476056740
Gebunden, 510 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Kinderlosigkeit ist kein biologisches Schicksal, sondern sozial und kulturell geprägt, argumentiert Regina Toepfer. Anknüpfend an aktuelle Diskussionen über Samenspende, Adoption, Kinderfreiheit und bereute Mutterschaft untersucht sie, wie im Mittelalter über Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit gesprochen wurde. In der Theologie, der Medizin und im Recht, aber auch in der Erzählliteratur zeichnen sich auffällige Unterschiede ab: Für die einen ist Kinderlosigkeit ein großes Problem, für die anderen ein hohes Ideal. Das Buch fragt nach den Gründen für diese Wertungen und nach historischen Veränderungen. Offengelegt werden so verschiedene Erzählmuster, die Geschichten der Kinderlosigkeit bis in die Gegenwart prägen: Das Spektrum reicht vom spät erfüllten Kinderwunsch dank göttlicher oder dämonischer Hilfe über soziale und religiöse Alternativen bis hin zur bewussten Entscheidung gegen Elternschaft und dem wunschlosen Glück innig Liebender.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2020

Viel gelernt hat Rezensentin Kerstin Maria Pahl, auch wenn sie die Diskurssternchen wie in "Un*fruchtbarkeit" etwas genervt haben. Denn die Kritikerin bezweifelt den analytischen Gehalt solcher kategorialen "Spielerei" und manche Analogien zwischen dem Mittelalter und Heute findet sie auch wenig sinnvoll. Aber großartig aufgefächert scheint ihr der weite Raum der Mediävistik, ihre vielen Topoi und Narrative zur Kinderlosigkeit, die Darstellung der sich verändernden Haltung der Kirche und schließlich die des großen Bruchs der Reformation, die vor den Glauben die Familie setzte. Trotz einiger Schwächen, so Pahls Resümee, ein höchst lesenswertes Buch.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…