Mit 32 erfährt Millay Hyatt, dass sie keine Kinder bekommen kann. Der Wunsch aber ist intensiv. So intensiv, dass er zu einer Gewalt heranwächst, die sie und ihren Mann zu Ärzten, Heilpraktikern und in Adoptionsseminare führt. Sie geben die Hoffnung nicht auf. Millionen Menschen in Deutschland teilen dieses Schicksal - ob aufgrund von Unfruchtbarkeit, eines fehlenden oder unwilligen Partners oder von Homosexualität. Viele von ihnen gehen über körperliche, seelische und finanzielle Grenzen hinaus, um ihre Sehnsucht nach einem Kind zu stillen. Während die Reproduktionsmedizin voranschreitet, bleibt die Verzweiflung der Betroffenen unsichtbar. Was treibt diese Menschen an? Wie werden sie mit der Belastung fertig? Welche Rolle spielen dabei Familie, Freunde, die Gesellschaft? Millay Hyatt befragt sich selbst und zahlreiche Gesprächspartner, und sie analysiert das System, das dahintersteckt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.08.2012
Das Buch sei kein Ratgeber, warnt Claudia Fuchs. Was die Philosophin Millay Hyatt zum Thema ungewollte Kinderlosigkeit aufschreibt, bietet beispielsweise keinen Einblick in Behandlungsmethoden. Dafür, so Fuchs, dokumentiere die Autorin Erfahrungen, Motivationen und den Schmerz Betroffener. Außerdem nimmt sie die philosophische Seite in den Blick und erläutert anhand ihrer eigenen Geschichte, wie der Kinderwunsch zur Lebensaufgabe werden kann. Für Fuchs ein kluges, offenes und mutiges Buch mit den richtigen Fragen, das die bloße Betroffenheit hinter sich lässt, ohne die Trauer auszuschließen.
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