Virginia Woolf

Orlando

Eine Biografie
Cover: Orlando
Insel Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783458175384
Gebunden, 304 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen neu übersetzt von Melanie Walz. Orlando ist jung, gutaussehend -- und seine Schönheit soll niemals vergehen. Ein Wunsch, der ihm zum Schicksal wird. Er durchlebt beinahe vier Jahrhunderte und vier verschiedene Lebensentwürfe, ohne merklich zu altern: Aus dem jungen Höfling wird ein Diplomat in Konstantinopel, aus dem kaum Dreißigjährigen eine Frau, die mit einer Zigeunertruppe nach England zurückkehrt, wo sie den Mann ihrer Träume heiratet und einen Sohn zur Welt bringt. Orlandos bewegter Lebensweg findet im London des frühen 20. Jahrhunderts seine Vollendung und Krönung, denn Orlando ist nun als Dichterin berühmt.
"Orlando" ist das vielleicht persönlichste Buch Virginia Woolfs. Es ist eine Liebeserklärung an ihre Freundin Vita Sackville-West, und es ist vor allem ein Buch, das die große englische Autorin von einer spielerischen Seite zeigt. In diesem furiosen Roman, als Biographie getarnt, geben sich die literarischen Genres ein lustvolles Stelldichein. Nach zwanzig Jahren liegt nun eine moderne Neuübersetzung von Melanie Walz vor.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2012

Unverändert begeistert ist Rezensentin Verena Auffermann von zwei Werken Virginia Woolfs, die jetzt in einer neuen Übersetzung vorliegen. Den 1928 entstandenen Roman "Orlando" hat Woolf unter den Eindrücken einer Frankreichreise mit Vita Sackville-West geschrieben und er ist ein überaus reizvolles "Mann/Weib-Verwirrspiel", eine versteckte Liebeserklärung an die Freundin und nicht zuletzt ein "literarischer Höhenflug", meint die Rezensentin. Schon die erst vor zwölf Jahren übersetzte Ausgabe von Brigitte Walitzek fand durchaus Auffermanns Wohlwollen. Die Neuübersetzung von Melanie Walz, die keinen Satz unverändert gelassen hat, sagt ihr ebenfalls zu, ohne dass dadurch die frühere Ausgabe in ihren Augen allzu sehr verloren hätte. Der Rezensentin liegt es ohnehin vor allem am Herzen, dass die Leser nicht aufhören, dieses wunderbare Buch zu lesen, wie sie betont.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2012

Eine anlässlich des 50. Todestags von Vita Sackville-West ebenso naheliegende, wie schöne Wiederveröffentlichung, freut sich Rezensentin Renate Wiggershaus, zumal Virginia Woolfs großer Klassiker hier in einer nunmehr vierten und "deutlich wortgetreueren" Übersetzung vorliegt als bisher. Beide Schriftstellerinnen verband eine "intime, zeitweise leidenschaftliche Freundschaft", informiert die Rezensentin und erklärt im folgenden auch rasch viele im Buch von Woolf versteckte Anspielungen und Reverenzen auf und an ihre Freundin: So ist schon der Handlungsort dieser "phantastischen Romanze" für den Kenner als das Anwesen zu erkennen, in dem Sackville-West aufgewachsen ist, und noch in kleinsten Details finden sich ähnliche Verweise. Dass diese "Parodie auf ... Raum und Zeit" die Rezensentin bis heute offensichtlich glänzend unterhält, spricht weiterhin für das Werk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2012

Hocherfreut hat Markus Gasser diese Neuübersetzung von Virginia Woolfs Romanbiografie "Orlando" aufgenommen. Das Werk, das die phantastische, abenteuerreiche, über vier Jahrhunderte währende Lebensgeschichte des Lord Orlando erzählt, ist für ihn eine herrlich originelle Biografie-Parodie, die das Klischee von Virginia Woolf als einer nur "seelenvoll verquälten" Schriftstellerin endgültig hinwegfegt. Die Autorin zelebriert in seinen Augen lustvoll einen komischen "magischen Realismus", lange bevor dieser Begriff das Licht der Welt erblickte. Gasser ist ganz überwältigt von der Fülle von witzigen Einfällen und Bildern, von "lyrischen Satzgefügen" und der Ausgelassenheit des Buchs. Mit viel Lob bedenkt er auch die neue Übersetzung des Romans, die sich durch ihre Musikalität auszeichnet.
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