Mit vielen Fotos, farbig und schwarz-weiss. Oben auf dem Chapf (gehört zur Toggenburger Gemeinde Hemberg) lebt die Bergbauernfamilie von Jakob Frei. Das wäre an sich weiss Gott nichts Besonderes. Aber die Familie bauert und wirtet ohne Stromanschluss, hat kein TV-Gerät, besitzt auch kein Auto und im Winter sind die Freis öfters derart eingeschneit, dass die Familie nur mit dem Pferdeschlitten den Chapf verlassen kann. An sich wäre das bereits. Doch nicht genug: Es ist Jakob Frei selber, den alle Welt Chapf-Köbi nennt und der zu den letzten sennischen Menschen gehört. Er arbeitet nicht nur als Bergbauer, Senn, Käser, Kutscher, Wirt, Schreiner und Holzfäller, sondern ist als Mensch unverwechselbar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2002
Der Chapf-Köbi sitzt auf dem Berg, mit Familie und Tieren, ansonsten aber einsam, und "kapft" in die Alpenwelt. Kapfen heißt: "verwundert übers Land schauen", erklärt uns der Rezensent mit Kürzel "B.En." und es wird von den drei Autorinnen, die den Köbi besucht haben, als eine Art Philosophie der Genügsamkeit begriffen. Der Mann braucht fast nichts, moderne Kommunikationsapparate jedenfalls nicht. An "Humor und Selbstbewusstsein" dagegen ist kein Mangel, auch die drei Autorinnen, die ihn besuchten, haben ihm, erfahren wir, gut gefallen. Die Porträts der drei fallen unterschiedlich aus, nämlich "kraft- und saftvoll, behutsam und feinnervig". Dem Rezensenten haben sie sichtlich gefallen, das Kapfen, meint er, könne man sich durchaus abschauen vom "letzten sennischen Menschen".
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