Volker Kutscher

Lunapark

Gereon Raths sechster Fall
Cover: Lunapark
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462049237
Gebunden, 560 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Unter der Eisenbahnbrücke an der Liesenstraße, unter einer unvollendeten kommunistischen Parole, liegt die übel zugerichtete Leiche eines SA-Mannes. Am Tatort trifft Kommissar Rath auf seinen früheren Kollegen Reinhold Gräf, der nun für die Geheime Staatspolizei arbeitet. Während Gräf von einem politischen Mord ausgeht, ermittelt Rath in eine andere Richtung und entdeckt Verbindungen zum zerschlagenen Ringverein Nordpiraten, der seine kriminellen Aktivitäten als SA-Sturm getarnt fortsetzt. Als ein zweiter SA-Mann erschlagen aufgefunden wird, scheint alles auf eine Mordserie zu deuten. Eine Spur führt in den seit Kurzem geschlossenen Lunapark, einstmals Berlins berühmtester Rummel. Und Rath muss klären, welche Rolle Unterweltboss Johann Marlow, ein Erzfeind der Nordpiraten und Raths Nemesis, in diesem Fall spielt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.12.2016

Elmar Krekeler findet Volker Kutschers sechsten Rath-Krimi aus dem Berlin von 1934 gespenstisch. Die Parallelen gehen ihm auf wie Hefeteig. Wie sich die Sprache verändert, wie Anpassung funktioniert und wie schnell alles geht, bis die Diktatur schließlich steht, das erfährt er hier. Die Geschichte um einen unter SA-Leuten umgehenden Mörder, an dessen Fersen sich Kommissar Rath heftet, hat für Krekeler aber auch ohne aktuelle Bezüge ihren Reiz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.11.2016

Für den Aufmacher der Krimi-Beilage hat sich Verena Mayer mit Volker Kutscher auf dem Funkturm verabredet und wirft zusammen mit dem Autor einen Blick auf die Berliner Tatorte seiner historischen Kriminalfälle. Auch sein mittlerweile sechster Roman um Kommissar Gereon Rath spielt im nationalsozialistischen Berlin, 1934, im Jahr des Röhm-Putsches. Während die SA-Führung liquidiert wird, ermittelt Rath im Fall eines ermordeten Obdachlosen und Kriminalrat Ernst Gennat entwickelt die moderne Kriminalistik. Ganz überzeugt scheint Mayer nicht von dem Konzept, ausgerechnet die dunkelsten Jahre zur Kulisse eines konventionellen Krimiplot zu machen, doch stellt sie entsprechende Bedenken eher fragend in den Raum, als dass sie ihre Kritik dingfest würde. Was beim Lesen immer mitschwinge, konstatiert Mayer allerdings, sei die Ahnung, wie schnell die Dinge aus den Fugen geraten können.

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